Darum gehts
- Die Corona-Variante BA.3.2, genannt Cicada, verbreitet sich seit 2024 global.
- Cicada hat 70–75 Mutationen, könnte Impfstoffe teilweise umgehen.
- In Deutschland, Dänemark und Niederlanden macht Cicada 30 Prozent der Fälle aus.
Bereits 2024 wurde sie in Südafrika nachgewiesen und hat sich seither weitestgehend im Verborgenen ausgebreitet. Damit erinnert die Corona-Variante BA.3.2 an die Insektenart der Zikaden. Diese Tiere verbringen den Grossteil ihres Lebens, oft 13 bis 17 Jahre, als Larven vergraben unter der Erde. Erst zur Paarungszeit kommen sie massenhaft an die Oberfläche.
Dieser Ähnlichkeit zur Zikade verdankt BA.3.2 ihren Spitznamen – Cicada. Inzwischen ist sie laut der Weltgesundheitsorganisation WHO in mehr als 20 Ländern aufgetreten. In einigen Regionen, vor allem in Nordeuropa, hat sich die Variante bereits stärker etabliert, wie NTV berichtet.
Was musst du also alles über diese Corona-Variante wissen? Blick hat die wichtigsten Informationen zusammengefasst.
Was unterscheidet Cicada von früheren Corona-Varianten?
Im Gegensatz zu früheren Corona-Varianten, beispielsweise Frankenstein, die im Herbst 2025 ihr Unwesen trieb, hat Cicada ungewöhnlich viele Mutationen. Das Spike-Protein, also der Teil, mit dem das Virus in die menschlichen Zellen eindringt, weist laut Experten 70 bis 75 Veränderungen auf.
Das könnte es Cicada erleichtern, bestehende Immunitäten zu umgehen. Die Zahl der Mutationen mache es laut dem US-Sender PBS weniger wahrscheinlich, dass die aktuellen Impfstoffe hochwirksam gegen diese Variante seien.
Trotzdem würden Impfungen auch weiterhin sehr wahrscheinlich vor schweren Verläufen und Todesfällen schützen. «Ein weniger gut passender Impfstoff wird das Virus nur etwas später erkennen», erklärt Epidemiologe Kyle B. Enfield im Wissenschaftsmagazin «The Conversation».
Welche Symptome hat Cicada?
Die typischen Symptome von Cicada ähneln denen vorheriger Corona-Varianten. Laut NTV gehören dazu etwa Husten, Halsschmerzen, Müdigkeit oder Schnupfen. Einzelne Berichte würden auf besonders starke Halsschmerzen hindeuten, dazu gäbe es bisher aber keine eindeutigen Hinweise.
Auch gäbe es keine Anhaltspunkte dafür, dass Cicada schlimmer sei als frühere Corona-Varianten. «Die bisherigen Daten deuten nicht darauf hin, dass sie schwerer verläuft oder besondere Symptome verursacht», meint Infektiologe William Schaffner gegenüber PBS.
Experten empfehlen weiterhin, bei Krankheitssymptomen zu Hause zu bleiben, Hygieneregeln einzuhalten und bei Bedarf einen Arzt aufzusuchen. Für Menschen mit Vorerkrankungen bleibe das Risiko für schwere Verläufe bestehen.
Wie verbreitet ist die Cicada-Variante?
In Ländern wie Deutschland, Dänemark und den Niederlanden macht Cicada bereits 30 Prozent aller Coronaerkrankungen aus. Das berichtet PBS mit Bezug auf Informationen der lokalen Gesundheitsbehörden.
In der Schweiz ist die generelle Anzahl der Coronaerkrankungen seit Dezember stark zurückgegangen. «Im Abwasser Monitoring zeigt sich in allen Regionen eine tiefe Viruslast mit stagnierender oder sinkender Entwicklung», heisst es auf der Webseite des Bundesamtes für Gesundheit BAG.
Trotzdem sei Cicada auch hierzulande auf dem Vormarsch. «Der relative Anteil der Variante BA.3.2 an der gesamten Viruslast im Abwasser nimmt weiter zu und dominiert aktuell in mehreren Regionen», heisst es weiter. Ob sich Cicada weltweit zur dominanten Corona-Variante entwickelt, ist allerdings noch offen.