Darum gehts
- Phishing-Mail täuscht Bundesamt vor, schickt Mahnung wegen E-Vignette
- Betrüger drohen mit 200 Franken Busse und Strafverfahren bei Nichtzahlung
- Laut Bazg nur offizielle Website sicher, E-Vignette kostet exakt 40 CHF
«Was fällt denen als Nächstes ein?» Ein Leserreporter traute seinen Augen nicht, als er neulich sein Mailfach öffnete. In seinem Posteingang befand sich ein heimtückisches Phishing-Mail. Betrüger schickten ihm eine falsche Mahnung wegen einer vermeintlich abgelaufenen E-Vignette. Besonders dreist an der Masche: Sie versendeten das E-Mail im Namen des Bundesamts für Zoll und Grenzsicherheit (Bazg) mit dem Betreff «pausierte Busse».
Das falsche E-Mail wirkte fast authentisch. Doch der Leserreporter, der anonym bleiben möchte, schöpfte Verdacht: «Ich wusste, dass ich meine Vignette schon längst gekauft hatte.» Als er dann noch die Fantasieadresse im Absender entdeckte, war er sich sicher, dass ihn jemand um sein Geld bringen wollte.
Betrüger drohen mit hohen Kosten
Fies! Die Gauner behaupten dreist: Bei einer Stichprobenkontrolle sei das Autokennzeichen aufgenommen worden. Für dieses sei im System jedoch keine E-Vignette registriert. Weiter bieten sie ihrem Opfer einen faulen Deal an: Wenn man über den nachfolgenden Link 40 Franken bezahlt, könne man der Ordnungsbusse von 200 Franken entgehen. Auch bauen die Betrüger zusätzlichen Druck auf.
Wer nicht innerhalb von 48 Stunden bezahlt, kriege die Busse umgehend per Post zugeschickt. Sogar mit einem Strafverfahren wird gedroht.
Links auf gefälschte Websites
Die Masche ist fies, weil die Fakten stimmen: Wer ohne gültige Vignette auf einer Schweizer Autobahn fährt, muss laut Gesetz 200 Franken Busse bezahlen.
Auch das erwähnte «Via Portal» existiert wirklich. Darüber kann man für 40 Franken seine E-Vignette kaufen. Die Betrüger versenden jedoch Links, die nicht zum echten Portal, sondern zu gefälschten Websites führen.
So kannst du den Betrug erkennen
Etwas an dem E-Mail springt direkt ins Auge: In der Anschrift steht nicht der Name, sondern die eigene E-Mail-Adresse. Das ist typisch für eine Phishing-Mail. Kriminelle verwenden oftmals unspezifische Anreden wie «Sehr geehrter Kunde».
Auch die Absenderadresse kann auf einen Betrug hinweisen. Wenn man eine Mail von einer inoffiziellen Adresse erhält, ist immer Vorsicht geboten. Bezüglich Links oder Anhängen gilt: Öffne diese niemals, wenn du nicht explizit etwas angefordert hast. Zudem sollte man sich immer die Frage stellen, ob man seine E-Mail-Adresse überhaupt jemals bei dem vermeintlichen Absender angegeben hat.
Die Behörde warnt derzeit vor Betrugsversuchen
Das Bazg teilt Blick auf Anfrage mit, dass man die Betrugsversuche bezüglich der E-Vignette bereits kennt. Ein entsprechender Warnhinweis wurde auf der Webseite der Behörde veröffentlicht. Nur auf der vom Bazg betriebenen, offiziellen Website könne die E-Vignette sicher erworben werden.
Weiter teilt die Behörde mit, dass der Kauf der E-Vignette genau 40 Franken kostet und keine Kaution verlangt wird. Auch würde das Bazg niemals Zahlungsinformationen per E-Mail anfragen.