Darum gehts
- Feuer in Bar Le Constellation, Crans-Montana, Silvesternacht 2025, erschüttert Schweiz
- Unglückliche Umstände führten zu Brand, inklusive tiefer Decke und Wunderkerzen
- Betreiber Jacques Moretti (49) in Haft, Vorwurf: fahrlässige Tötung
Das verheerende Feuer in der Bar Le Constellation in Crans-Montana in der Silvesternacht 2025 erschütterte die Schweiz.
Neue Recherchen der «SonntagsZeitung» und die Aussagen eines Zeugen legen nahe: Eine Reihe unglücklicher Umstände führte zum Ausbruch des Feuers. Die Katastrophe nahm ihren Anfang mit einer routinemässigen Aktion. Gäste bestellten sieben Champagnerflaschen und eine Wodka-Flasche auf einmal. Mit Fontänen geschmückt, wurden sie zu den Tischen gebracht. Auch Bar-Betreiberin Jessica Moretti (40) half mit, wie ihr Verhörprotokoll zeigte.
Sechs Kellner trugen die Flaschen im Uhrzeigersinn einmal um die Bar, heisst es im Bericht. Vorneweg lief ein Barmann, der eine Kellnerin mit zwei Champagnerflaschen auf den Schultern trug. Augenzeuge Meldin M.* (19) sagt gegenüber der Zeitung: «Ich sah die Kellnerinnen durch die Bar laufen, gefolgt von tanzenden Leuten. Die Musik war sehr laut.»
Fünf tödliche Umstände
An der linken Seite der Bar kam die Gruppe kurz zum Stillstand. Die Kellnerin war zu diesem Zeitpunkt immer noch auf den Schultern ihres Kollegen.
Laut der «SonntagsZeitung» verlief genau an der Stelle ein Balken aus Beton quer durch den Raum, was die Decke tiefer macht. Die Kellnerin kam dadurch sehr nahe an den Schaumstoff.
Bei der Frau auf den Schultern des Mannes handelt es sich um Cyane Panine (†24). Die Französin musste für die Show einen Helm tragen. Dies gemäss einem offiziellen Auftrag von Bar-Betreiberin Moretti. Der getragene Helm schränkte das Sichtfeld der jungen Frau stark ein. Laut den Ermittlungsakten konnte Cyane Panine dadurch kaum wahrnehmen, dass die brennenden Wunderkerzen die Decke berührten.
Als das Feuer ausbrach, zog der Umzug weiter. Dadurch war die feiernde Menge abgelenkt, was die Aufmerksamkeit weg vom Brand lenkte, heisst es im Bericht des Blattes.
Laut der «SonntagsZeitung» verläuft neben der Brandstelle ein Belüftungsrohr. Dahinter befindet sich ein Belüftungsgitter, das auf das Feuer ausgerichtet war. Es könnte sein, dass die ausströmende Luft, die Flammen zusätzlich befeuert hat.
Ermittlungen gegen Betreiberpaar
Fakt ist: Die Kellner führten nur ihre Arbeit aus und handelten wohl auf Anweisung ihrer Vorgesetzten. Die Staatsanwaltschaft ermittelt weiterhin gegen das Betreiberpaar Moretti. Der Vorwurf der fahrlässigen Tötung steht im Raum. Jacques Moretti (49) gab während eines Verhörs an, den brennbaren Schaumstoff selbst eingebaut zu haben. Er sitzt derzeit in Untersuchungshaft.
Da die Staatsanwaltschaft bei Jessica Moretti – im Gegensatz zu ihrem Ehemann – keine Fluchtgefahr sieht, bleibt sie in Freiheit.