Spezialkräfte nehmen bewaffneten Mann in seiner Wohnung fest
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Mitte März in Kreuzlingen TG:Spezialkräfte nehmen Eugen E.* fest

Bewaffneter Mann bedroht Nachbarn in Kreuzlingen TG – sogar Polizisten verletzt
«Muss jemand sterben, bis die Behörden eingreifen?»

Hier herrscht Angst und Schrecken: Eugen E. (40) hat Mitte März seine Nachbarn in einer Siedlung in Kreuzlingen TG mit einer Waffe bedroht. Danach verbarrikadierte er sich und legte Feuer. Die Polizei musste ausrücken und ihn festnehmen – wieder einmal.
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Hier wird Eugen E.* (40) Mitte März 2026 festgenommen. Zuvor hatte er sich in seiner Wohnung verbarrikadiert.
Foto: zVg

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Eugen E. (40) bedrohte am 15. März Nachbarn in Kreuzlingen TG
  • Polizeieinsatz mit Spezialeinheit «Leu» verhinderte Eskalation
  • Bereits im November 2025 verletzte er zwei Polizisten bei Verhaftung
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Sebastian BabicReporter Blick

Die Bewohner einer Kreuzlinger Siedlung sind beunruhigt. Der psychisch auffällige Eugen E.* (40) wird wiederholt gewalttätig. Zwar führt die Polizei den Horror-Nachbarn jeweils ab – doch kurz darauf ist dieser erneut auf freiem Fuss.

Ein Quartierbewohner, nennen wir ihn Timmy T.*, sagt zu Blick: «Die Siedlung lebt in Todesangst vor ihm. Hier leben Kinder und viele ältere Leute. Niemand ist vor ihm sicher!»

Timmy T. fragt sich: «Was muss passieren, bis die Behörden endlich eingreifen?» Eine Frage, die ähnlich auch beim Kerzers-Täter Roger K.** nach dem verheerenden Busbrand aufkam. Der Berner riss fünf weitere Menschen mit in den Tod. Die beiden Fälle weisen Gemeinsamkeiten auf: Die Männer sind seit Jahren als Querulanten bekannt, beide sind psychisch labil, nehmen Drogen. Ebenfalls fiel der Kerzers-Täter der Polizei schon vor der tödlichen Tat auf. Etwa als er sich zuvor im SRG-Gebäude verschanzt hatte. Auch Eugen E. hatte wiederkehrenden Polizei-Kontakt.

Spezialeinheit nimmt Randalierer fest

Schon seit langem sorgt Eugen E. für Unmut in seinem Quartier, wo er seit 15 Jahren wohnt. Timmy T. sagt zu Blick: «Meine Nachbarn warnten mich bereits als Jugendlichen vor E.» Bis vor sechs Monaten fiel Eugen E. vorwiegend durch Drohungen auf. Inzwischen lässt er seinen Worten Taten folgen.

Im Oktober 2025 wird Eugen E. wegen einer Überdosis von der Ambulanz abgeholt. Trotz Selbstgefährdung ist er kurz darauf – im November – wieder auf freiem Fuss.

Der nächste Ausraster lässt nicht lange auf sich warten und hat es in sich: Im November 2025 bedroht Eugen E. eine Nachbarsfamilie mit einer Eisenstange. Während die Eltern mit ihrem Kind im Familienauto sitzen, drischt er mit dem Metallrohr voller Wucht mehrmals auf das Fahrzeug ein. Die Polizei nimmt Eugen E. fest. Hierbei werden zwei Beamte und E. selbst verletzt.

Timmy T. erklärt: «Eugen E. dachte, die Familie hätte sein Kind entführt. Dabei hat er keine Kinder!» E. sei danach ins Spital gekommen und nach kurzer Zeit wieder freigelassen worden.

Mitte März 2026 der bisherige Tiefpunkt: Eugen E. steht an der Tür eines Nachbarn. Er ist bewaffnet, droht diesem und will sich Zutritt zu dessen Wohnung verschaffen. Der Nachbar informiert die Polizei, die sofort ausrückt. Eugen E. verbarrikadiert sich anschliessend in seiner eigenen Wohnung. Dort legt er kurzzeitig auch ein Feuer – wer dieses schliesslich löscht, ist unklar.

Dieses Mal sind die Einsatzkräfte vorsichtiger und fahren die «schweren Geschütze» auf. Die Spezialeinheit der Thurgauer Polizei «Leu» rückt aus. Aber erst als der Bruder von Eugen E. dazustösst, beruhigt sich die Szene, und E. ergibt sich. Die Verhaftung erfolgt letztendlich problemlos, wie Bilder zeigen, die Blick vorliegen.

Nachbarn haben Todesangst

Speziell: Bisher wurde Eugen E. jedes Mal rasch wieder auf freien Fuss gesetzt. Etwas, was Timmy T. enorm zu schaffen macht. Es müsse endlich etwas passieren, findet er. «Es geht mir in erster Linie um meine Familie, die Todesangst hat!»

Laut Timmy T. ist Eugen E. bis an die Zähne bewaffnet. «Ich weiss mindestens von einer Armbrust und einer Axt, die er besitzt. Als würde er als Ritter in den Krieg ziehen!»

Die Familie von E. soll ihn bereits bei der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (Kesb) gemeldet haben. «Doch die unternimmt nichts!», sagt T. Auf Blick-Anfrage möchte sich die Familie von E. nicht zu Eugen E. äussern.

Auch die Verwaltung versuchte, gegen Eugen E. vorzugehen. Nur: Eine Kündigung blieb erfolglos. «Aufgrund besonderer Vorkommnisse hatten wir E. bereits vor Monaten gekündigt. Die Frist für den Auszug ist verstrichen», heisst es auf Anfrage von Blick. Die randalierende Person sei zwischenzeitlich in ärztliche Obhut genommen worden, was die Verwaltung begrüsse. Nur: «Alles Weitere liegt nun in der Hand der zuständigen Behörden.» Die Verwaltung hofft, dass «unsere Mieterinnen und Mieter nun wieder sorglos in unserer Liegenschaft wohnen können».

Drogen und Waffen

Auf Blick-Anfrage bestätigt die Staatsanwaltschaft Thurgau, dass sie ein Strafverfahren gegen E. führt. «Dem Beschuldigten werden Stand heute unter anderem Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte, einfache Körperverletzung und Drohung sowie Widerhandlung gegen das Waffengesetz und das Betäubungsmittelgesetz vorgeworfen.»

Der Beschuldigte sitze aktuell bis Mai 2026 in Untersuchungshaft, zuvor sei er in einer Klinik untergebracht gewesen. «Die Staatsanwaltschaft wird ihn während der Dauer der Untersuchungshaft zur Beurteilung der Gefährlichkeit psychiatrisch begutachten lassen.»

T. zeigt sich zwar erleichtert, dass E. aktuell keine Gefahr darstellt. Gleichzeitig ist er besorgt. Denn: Schon im Mai könnte E. wieder frei sein. Auch im Hinblick auf die Vorgeschichte des Kerzers-Täters sagt Timmy T.: «Die Siedlung lebt seit Jahren in Todesangst. Muss erst jemand sterben, bis die Behörden eingreifen?»

* Namen geändert
** Name bekannt 

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