Bergnotfallstatistik des SAC veröffentlicht
Tausende Personen mussten 2025 gerettet werden

Immer mehr Bergsportler in der Schweiz alarmieren die Rettungskräfte: 2025 wurden allein 1500 Menschen unverletzt geborgen. Gleichzeitig gibt es bei der Zahl der tödlichen Unfälle eine gute Nachricht.
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Fast 4000 Personen mussten im vergangenen Jahr beim Bergsport gerettet werden. (Symbolbild)
Foto: keystone-sda.ch

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • 2025 gab es weniger tödliche Bergunfälle, aber mehr Rettungseinsätze.
  • Rund 1500 unverletzte Personen wurden gerettet, meist wegen Blockierungen.
  • 98 Todesfälle beim Bergsport 2025, tiefster Wert der vergangenen zehn Jahre.
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Marian NadlerRedaktor News

Die aktuelle Bergnotfallstatistik des Schweizer Alpen-Club (SAC) zeigt: 2025 gab es in den Bergen weniger tödliche Unfälle – und mehr Menschen konnten unverletzt gerettet werden. Dies, obwohl die Einsatzkräfte insgesamt häufiger ausrücken mussten als in den Jahren zuvor, wie der SAC in einer Medienmitteilung schreibt.

Die Bergnotfallstatistik erfasst alle Einsätze von Bergrettungsdiensten wie Rega, Alpine Rettung Schweiz, KWRO oder Air Glaciers – auch Evakuationen unverletzter Personen. Die aktuelle Statistik zeigt: 2025 mussten fast 4000 Personen beim Bergsport in der Schweiz gerettet werden. Das sind rund 11 Prozent mehr als im Durchschnitt der Jahre 2020 bis 2024.

Fast 100 Bergsport-Tote 2025

Ein möglicher Grund: 2025 waren wahrscheinlich besonders viele Menschen in den Bergen unterwegs. Darauf deuten unter anderem rekordhohe Zahlen bei den Hüttenübernachtungen hin, die der SAC verzeichnet.

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Gesunken ist hingegen die Zahl der tödlichen Unfälle: 2025 kamen beim klassischen Bergsport 98 Personen ums Leben, ausgenommen sind Fälle im Flugsport und Mountainbiken. Das ist der tiefste Wert der vergangenen zehn Jahre. Zwischen 2015 und 2024 lag der Durchschnitt bei 119 Todesfällen pro Jahr.

Wie gefährlich ist das Wandern?

Beim Bergwandern blieb die Zahl der tödlichen Unfälle mit 36 Fällen wie im Vorjahr niedrig und deutlich unter dem Zehnjahresdurchschnitt (53). Bei Skitouren sank die Zahl der tödlichen Unfälle auf 22 (Vorjahr: 28, Zehnjahresmittel: 21). Auf Hochtouren starben 23 Personen – ähnlich viele wie im vergangenen Jahr.

Ein Blick auf alle Bergnotfälle zeigt: Fast die Hälfte (46 Prozent) ereignete sich beim Wandern oder Bergwandern, je 14 Prozent entfielen auf Skitouren und Hochtouren.

Grundsätzlich sinkt die Zahl der Rettungseinsätze bei schlechtem Wetter, da weniger Menschen unterwegs sind. Entsprechend zeigt sich ein Rückgang im regnerischen Juli 2025. Davon abgesehen nahmen die Notfälle von März bis Oktober im Vergleich zum Vorjahr in allen Monaten zu. 

Stürze oder Abstürze waren auch dieses Jahr über alle Aktivitäten hinweg die häufigste Ursache. Gleichzeitig alarmieren immer mehr Bergsportlerinnen und Bergsportler wegen Blockierung oder Erschöpfung die Rettung. Bei Hochtouren und beim Klettern ist dies die häufigste Ursache, beim Bergwandern und bei Skitouren die zweithäufigste.

1500 Personen gesund gerettet

Auffällig ist, dass immer mehr Menschen ohne Verletzung gerettet werden. 2020 waren noch knapp drei von zehn Geretteten unverletzt (29 Prozent). 2025 sind es fast vier von zehn (38 Prozent).

Rund 1500 Personen wurden im letzten Jahr gesund gerettet. Die meisten von ihnen alarmierten die Rettung, weil sie blockiert waren (84 Prozent). Sie waren erschöpft, hatten sich verirrt oder wagten sich weder vor noch zurück. Besonders häufig kam es bei Hochtouren und beim Bergwandern zu solchen Notlagen.

SAC mahnt

Die genauen Gründe für diese Entwicklung sind nicht bekannt, so der SAC weiter. Eine Rolle spielen vermutlich Handys und eine gute Netzabdeckung, die es ermöglichen, schneller Hilfe zu rufen. Zudem ist die Rettung zunehmend professionell organisiert, und die beteiligten Institutionen arbeiten eng zusammen. Dadurch erfolgt die Rettung häufiger, bevor es zu Verletzungen kommt.

«Gleichzeitig ist denkbar, dass mehr Personen in Not geraten, weil sie ihre Tour unterschätzen oder zu wenig planen. Es ist deshalb wichtig, sich gut auszubilden und eine Tour zu wählen, die zur eigenen Kondition und zum Können passt», mahnt der SAC. Ebenso wichtig sei es, eine passende Ausrüstung mitzunehmen, die aktuellen Verhältnisse und das Wetter sorgfältig zu prüfen und während der Tour laufend zu beobachten.

Wichtige Begriffe

«Bergnotfälle» sind alle Vorkommnisse, bei denen Berggänger/innen die Hilfe der Bergrettungsdienste beanspruchen. Dazu zählen auch Erkrankungen und Evakuationen von unverletzten Personen. Notfälle auf Schneesportabfahrten und in Bikeparks werden nicht erfasst. «Bergunfälle» – als Untermenge der Notfälle – sind Ereignisse, die der allgemeinen Definition eines Unfalls entsprechen. 

Zum klassischen Bergsport zählen in dieser Statistik Wandern und Bergwandern, Bergsteigen, Skitouren, Schneeschuhlaufen, Variantenfahren/Freeriden (inkl. Heliskiing), Klettersteig­gehen sowie Pilzsuchen, Trailrunning und Jagd. Flugsport (Gleitschirm- und Deltafliegen, Speed-Flying), Base-Jumping und Mountainbiken gehören nicht dazu. 

Als Blockierung werden alle Notfälle bezeichnet, bei denen Berggänger/innen infolge von Erschöpfung, Überforderung, Materialverlust oder anderen Missgeschicken nicht mehr in der Lage sind, ihre Tour aus eigener Kraft weiterzuführen oder abzubrechen. Sehr oft sind die Betroffenen unverletzt.

«Bergnotfälle» sind alle Vorkommnisse, bei denen Berggänger/innen die Hilfe der Bergrettungsdienste beanspruchen. Dazu zählen auch Erkrankungen und Evakuationen von unverletzten Personen. Notfälle auf Schneesportabfahrten und in Bikeparks werden nicht erfasst. «Bergunfälle» – als Untermenge der Notfälle – sind Ereignisse, die der allgemeinen Definition eines Unfalls entsprechen. 

Zum klassischen Bergsport zählen in dieser Statistik Wandern und Bergwandern, Bergsteigen, Skitouren, Schneeschuhlaufen, Variantenfahren/Freeriden (inkl. Heliskiing), Klettersteig­gehen sowie Pilzsuchen, Trailrunning und Jagd. Flugsport (Gleitschirm- und Deltafliegen, Speed-Flying), Base-Jumping und Mountainbiken gehören nicht dazu. 

Als Blockierung werden alle Notfälle bezeichnet, bei denen Berggänger/innen infolge von Erschöpfung, Überforderung, Materialverlust oder anderen Missgeschicken nicht mehr in der Lage sind, ihre Tour aus eigener Kraft weiterzuführen oder abzubrechen. Sehr oft sind die Betroffenen unverletzt.

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