Ein internationales Ermittlerteam hat ein gigantisches Betrugsnetzwerk im Darknet mit kinderpornografischen Inhalten zerschlagen. Mehr als 373'000 Seiten wurden offline genommen, 440 von rund 600 Tatverdächtigen sind identifiziert. Auch die Schweiz war an der «Operation Alice» beteiligt, wie der «Tages-Anzeiger» berichtet.
Fünf Personen wurden in der Schweiz gemäss Bericht identifiziert. Den Verdächtigen wird zur Last gelegt, über die Plattform «Alice with Violence CP» kinderpornografisches Material konsumiert und versucht zu haben, weiteres Material zu beschaffen. Insgesamt laufen weltweit Ermittlungen gegen rund 600 Nutzer, die zwischen Februar 2020 und Juli 2025 für solche Inhalte bezahlten.
«Hinter jedem Video steht das unfassbare Leid eines Kindes»
Die bayerischen Ermittler hatten die Plattform seit über vier Jahren im Visier. Laut Bayerns Justizminister Georg Eisenreich handelte es sich dabei um sogenannte Fake-Shops, die mit echtem kinderpornografischem Material warben, um Interessierte zum Kauf weiterer Inhalte zu bewegen. «Man darf nicht vergessen: Hinter jedem Bild, hinter jedem Video steht das unfassbare Leid eines Kindes», sagte Eisenreich. Das Verfahren zeige, wie erschreckend gross die Nachfrage sei.
Die Ermittlungen wurden von der europäischen Polizeibehörde Europol koordiniert, an der 23 Staaten beteiligt waren, darunter neben europäischen Ländern auch die USA, Kanada und Australien. In der Schweiz arbeiteten neben dem Bundesamt für Polizei (Fedpol) auch die Luzerner Polizei sowie die Kantonspolizeien St. Gallen, Thurgau und Zürich mit.
Nach dem mutmasslichen Drahtzieher international gefahndet – dabei soll es sich um einen 35-jährigen Mann mit Wohnsitz in der Volksrepublik China handeln. In Deutschland wurden 14 Verdächtige in neun Bundesländern durchsucht.