Die Zürcher Volkswirtschaftsdirektorin Carmen Walker Späh (68) wird nächstes Jahr nach zwölf Amtsjahren nicht mehr zur Wahl antreten. Um den einzigen Sitz der Freisinnigen in der Zürcher Regierung zu verteidigen, will die Partei auf ein Einerticket setzen: Wie der Vorstand der FDP Kanton Zürich am Montagmorgen mitteilt, schlägt er seinen Delegierten vor, den Nationalrat Andri Silberschmidt (32) zu nominieren.
Damit ist klar, dass sich die FDP mit ihrem «hervorragenden Kandidaten» aktuell damit begnügen will, die bestehenden Kräfteverhältnisse zu stützen. Dennoch: «Unser langfristiges Ziel von zwei Sitze im Regierungsrat bleibt bestehen», schreibt Präsident Filippo Leutenegger in der Mitteilung. Sollte es doch noch zu einer Vakanz ausserhalb der bürgerlichen Parteien kommen, werde die Partei eine «aussichtsreiche Kandidatur» präsentieren.
Jung und erfahren
Trotz seines noch jungen Alters kann Kandidat Silberschmidt bereits auf eine lange politische Laufbahn zurückblicken: Bereits mit 17 Jahren trat der Zürcher den Jungfreisinnigen bei. Er war Gemeinderat und auch Präsident der Jungpartei. 2019 schaffte er für die FDP den Sprung in den Nationalrat, sei 2021 ist er Vizepräsident der Freisinnigen.
«Andri Silberschmidt ist national verankert, im Kanton breit bekannt und verkörpert eine FDP, die nach vorne schaut und Verantwortung übernimmt», so Leutenegger. Seine Nomination soll demnach auch den nötigen Rückenwind für die zeitgleich stattfindenden Kantonsratswahlen liefern.
In der siebenköpfigen Zürcher Kantonsregierung herrscht eine bürgerliche Mehrheit: Neben der FDP nehmen die Mitte einmal und die SVP doppelt Einsitz in der Exekutive. SP und Grüne haben je einen Sitz. Als Parteiloser vervollständigt Ex-SP-Mann und Polizeidirektor Mario Fehr (67) das Gremium.