Krankenkassen immer teurer
Es reicht! Höhere Steuerabzüge gegen Prämien-Schock

Die Krankenkassenprämien drücken aufs Portemonnaie. Während die Linke mehr Prämienverbilligung fordert, fokussieren Bürgerliche auf einen höheren Steuerabzug. Zürich entscheidet am 14 Juni. Auch andernorts läuft die Debatte heiss.
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Ein höherer Steuerabzug für Krankenkassenprämien steht in mehreren Kantonen zur Debatte. In Luzern plant Mitte-Kantonsrätin Karin Stadelmann einen neuen Vorstoss dazu.
Foto: keystone-sda.ch

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Krankenkassenprämien in der Schweiz steigen 2026 um 4,4 Prozent
  • Höhere Steuerabzüge werden zum Thema, Zürcher Stimmvolk entscheidet am 14. Juni
  • In Luzern stellt Mitte-Kantonsrätin Karin Stadelmann drei Modelle zur Debatte
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Ruedi StuderBundeshaus-Redaktor

Die Krankenkassenprämien kennen nur eine Richtung: nach oben! Satte 4,4 Prozent beträgt der Anstieg für dieses Jahr. Für die Grundversicherung zahlt damit jeder durchschnittlich 4720 Franken pro Jahr – vom Baby bis zur Seniorin.

Politisch ist längst ein Streit entbrannt, wie die Versicherten entlastet werden sollen. Die Linke plädiert für mehr Prämienverbilligungen und lanciert noch dieses Jahr eine nationale Prämienrabatt-Initiative. Im bürgerlichen Lager hingegen rücken höhere Steuerabzüge in den Fokus. Schon am 14. Juni steht dabei die nächste Nagelprobe an: Im Kanton Zürich entscheidet das Stimmvolk über eine kantonale Volksinitiative aus den Reihen der SVP.

Zürich: hohe Prämien, tiefer Abzug

Der sogenannte Versicherungsabzug soll demnach nicht mehr an die allgemeine Teuerung, sondern an den Anstieg der Krankenkassenprämien gekoppelt werden. Steigt die Durchschnittsprämie, wird automatisch auch der Steuerabzug entsprechend erhöht. Aktuell beträgt der Prämienanstieg im Kanton Zürich 5,2 Prozent. Der Abzug von heute maximal 2900 Franken für Alleinstehende würde damit auf gut 3050 Franken steigen, für Ehepaare von 5800 auf rund 6100 Franken.

«Die Leute müssen immer mehr Prämien zahlen und haben weniger im Portemonnaie. Selbst Lohnerhöhungen werden gleich wieder aufgefressen», sagt Mitinitiant und SVP-Kantonsrat Paul Mayer (62) zu Blick. Die Initiative sorge für eine regelmässige Entlastung. «Die Prämienabzüge werden jedes Jahr automatisch an die tatsächliche Durchschnittsprämie angepasst.» Im Vergleich mit den Nachbarkantonen habe Zürich die höchsten Prämien, aber den tiefsten Prämienabzug, moniert Mayer. «Wir wollen das System gerechter machen.»

Krankenkassenprämien steigen um über 4 Prozent
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Baume-Schneider informiert:Krankenkassenprämien steigen um über 4 Prozent

Nicht nur in Zürich ist der Prämienabzug ein Thema. In mehreren Kantonen wurden die Abzüge in jüngster Zeit teils deutlich angehoben. Im Tessin wiederum wurde vergangenes Jahr eine Volksinitiative angenommen, die den Prämienabzug nahezu verdoppelt – für Alleinstehende beispielsweise von 5500 auf 9000 Franken. In Schaffhausen wird der Kantonsrat noch dieses Jahr über eine deutliche Erhöhung des Prämienabzugs entscheiden. Für eine alleinstehende Person soll er von 3750 auf 4750 Franken steigen.

Im Kanton Jura sammelt die FDP derzeit Unterschriften für eine kantonale Volksinitiative, die den Prämienabzug um gut zehn Prozent erhöhen will – von heute 3400 auf 3750 Franken für eine alleinstehende Person. In Neuenburg ist eine freisinnige Volksinitiative hängig, die den Steuerabzug deutlich erhöhen will.

Luzern soll verschiedene Modelle prüfen

Und in Luzern muss die Regierung einen höheren Prämienabzug im Rahmen einer nächsten Steuergesetzrevision prüfen. Mitte-Kantonsrätin Karin Stadelmann (40) macht zudem mit einem neuen Vorstoss Druck, den sie in der Mai-Session einreichen will. «Die Prämien gehören zu den grössten finanziellen Sorgen der Bevölkerung», sagt sie. «Während Einkommensschwache Prämienverbilligung erhalten, muss der Mittelstand die volle Prämienlast tragen. Hier braucht es nun eine gezielte Entlastung.»

Den Steuerabzug möchte sie der Prämienentwicklung anpassen, wobei sie vom Kanton drei Umsetzungsvarianten geprüft haben will: eine automatische Erhöhung analog zum Prämienanstieg, ein Maximalabzug in Höhe der durchschnittlichen Grundversicherungsprämie im Kanton Luzern sowie den Abzug der effektiv bezahlten Prämien mit einer einkommensabhängigen Obergrenze. Der Kanton könne aber auch eigene Ideen vorschlagen, so Stadelmann.

«Es braucht eine klare Auslegeordnung, die auch die finanziellen Auswirkungen der verschiedenen Modelle aufzeigt», erklärt die Mitte-Politikerin und Gesundheitsexpertin. «Dann wissen wir auch, wo wir den Hebel für den Mittelstand ansetzen müssen, um eine spürbare und soziale Entlastung der Bevölkerung zu erreichen.»

Ein unlimitierter Abzug jedenfalls kommt für sie nicht infrage. «Das würde erhebliche Steuerausfälle verursachen und vor allem höhere Einkommen überproportional entlasten», sagt sie. Und wäre wohl auch nicht mehrheitsfähig, wie der Kanton Basel-Landschaft als jüngstes Beispiel zeigt: Ein vollumfänglicher Prämienabzug fiel vergangenen März in der Volksabstimmung mit 53 Prozent Nein-Anteil durch.

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