Darum gehts
- Zürich stoppt Veloprüfungen für Privatschüler wegen Personalmangels bei Stadtpolizei
- Politiker fordern Verkehrsunterricht für alle Kinder, unabhängig von Schultyp
- Stadtrat soll sich für Privatschulen einsetzen
Die Veloprüfung ist für viele eine bedeutende Kindheitserinnerung. In Zürich wird sie jedoch für Privatschülerinnen und -schüler zukünftig fehlen: Die Stadtpolizei hat entschieden, ihre Instruktorinnen und Instruktoren nur noch in öffentliche Schulen zu entsenden.
Der Grund: Dem Kommissariat Prävention fehlen die Stellen, um alle Bildungseinrichtungen abzudecken. Im Stadtparlament kommt die Sparübung bei Verkehrs- und Velokunde jedoch gar nicht gut an. Ein SP-Gemeinderat und eine FDP-Gemeinderätin spannen zusammen, um die Stadt umzustimmen.
Auch Privatschüler sollen sicher sein
Matthias Renggli (SP) und Martina Zürcher (FDP) fordern, dass der Zürcher Stadtrat sicherstellen soll, dass alle Schülerinnen und Schüler von Kindergärten und Primarschulen Verkehrsunterricht erhalten.
«Im Kindergarten- und Primarschulalter erwerben Kinder grundlegende Kompetenzen, um sich sicher zu Fuss oder mit dem Velo zu bewegen», schreiben die beiden Parlamentsmitglieder in ihrem Vorstoss.
Eine flächendeckende Verkehrsschulung für alle Kinder – auch die in den Privatschulen – sei deshalb unerlässlich. «Für die Verkehrssicherheit von Schulkindern ist es nicht relevant, ob die Kinder in eine öffentliche oder in eine private Schule gehen», so Renggli und Zürcher.
Schulweg-Infos gehen verloren
Der Sozialdemokrat und die Freisinnige geben dabei auch zu bedenken, dass die städtischen Verkehrsinstruktorinnen und -instruktoren ein «wichtiges Bindeglied» bei der Schulwegplanung seien. Heisst: Mit dem Wegfall der Privatschulen-Besuche fehlt es der Stadtverwaltung an Informationen. Das sei aber wichtig: «Schliesslich geht es um die Sicherheit der Kinder im Strassenverkehr», so das Duo.
Zahlreiche Kantone führen genau deshalb den Verkehrsunterricht und die Veloprüfung flächendeckend durch – oftmals ist Letztere obligatorisch. Ob sich deshalb auch der Zürcher Stadtrat umstimmen lässt, ist noch nicht bekannt: Er hat bis im Oktober Zeit, auf den Vorstoss zu reagieren.