Darum gehts
- Petition gegen 20 Meter hohen Holzmast auf Nätschen in Uri gestartet
- Projektkritik: Finanzierung mit 50'000 Fr. staatlichen Mitteln trotz Sparkurs umstritten
- Petition: Knapp 1000 Unterschriften fordern Baustopp und klare Rückbaugarantien
Am Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest 2025 in Mollis sorgte das 20 Meter hohe Holztier Muni Max noch für Begeisterung. Gleich sechs Interessenten bewarben sich um ihn. Den Zuschlag erhielt der private Verein «Max der Uristier» aus dem Kanton Uri. Nun soll der Publikumsmagnet auf dem Nätschen oberhalb von Andermatt aufgebaut werden.
Doch Muni Max wird in Uri nicht mit offenen Armen empfangen: Zuerst gingen bei der Gemeinde Andermatt mehrere Einsprachen gegen die Baueingabe ein. Nun fordert eine Petition, die sich an den Urner Regierungsrat sowie an den Gemeinderat Andermatt richtet, einen Stopp des Bewilligungsverfahrens. Innert weniger Tage gingen knapp 1000 Unterschriften ein.
Gegner befürchten Salamitaktik
Die Petition will einen «Schnellschuss» stoppen. Das Projekt stelle einen erheblichen Eingriff in das Landschaftsbild dar. Die Wahl des Standorts sei wenig fundiert. Die Bedenken der lokalen Bevölkerung seien nicht angemessen berücksichtigt worden. Es sei unverständlich, dass Baugesuch und Quartiergestaltungsplan genehmigt werden sollen, bevor die Machbarkeitsstudie abgeschlossen sei. Ausserdem fehle ein Konzept für die Besucherlenkung, die Parkplatzbewirtschaftung und die alpine Sicherheit.
Die Muni-Gegner befürchten eine Salamitaktik. Die Baubewilligung sei lediglich für fünf Jahre beantragt worden, bemängeln sie. Und dies, obwohl das Konzept von einer Nutzungsdauer von 25 Jahren ausgehe. Die Petitionäre verlangen darum eine Garantie, dass die Holzkonstruktion nach Ablauf dieser Frist vollständig zurückgebaut wird. Zudem müsse sichergestellt werden, dass die Allgemeinheit nicht nochmals für die Kosten aufkommen müsse.
Bereits im März hatte die Finanzierung für Zündstoff gesorgt. Die Regierung sprach dem Projekt im Rahmen der Neuen Regionalpolitik 50'000 Franken zu. Das stehe im Widerspruch zum Sparkurs des Kantons, hiess es aus dem Kantonsparlament. Es sei stossend, dass ein privates Projekt mit Geldern der öffentlichen Hand unterstützt werde.