Darum gehts
- Jonas Lauwiner, 31, nennt sich «König der Schweiz», sorgt international für Aufsehen
- Sein «Reich» umfasst Grundstücke, etwa ein Viertel der Vatikanfläche
- Die britische «Times» berichtet, Tiktok-Nutzer reagieren mit Staunen und Spott
Sie lieben sie, sie verteufeln sie – aber kalt lässt sie niemanden: Die Briten haben eine besondere Beziehung zu ihrer Monarchie. Mal sorgt das Königshaus für Jubel, mal für Skandal-Schlagzeilen. Und genau das hält es wohl am Leben.
Die Schweiz ist keine Monarchie. Prunk und Pomp wirken hierzulande fremd. Umso auffälliger ist es, wenn sich jemand zum König aufschwingt: Jonas Lauwiner (31) ist der selbst ernannte «König der Schweiz» – und sorgt damit nun sogar bei den monarchieerprobten Briten für Staunen. «The Times», eines der Leitmedien der englischsprachigen Welt, hat ihm ein Porträt gewidmet. Es löst teils amüsierte Reaktionen in den sozialen Medien aus.
«Wachsendes alpines Imperium»
Der «König» inszeniert sich gerne in Uniformen – oder vor einem Panzer. Lauwiner ärgert aber auch die Politik: Er spürt herrenlose Grundstücke auf und lässt sich diese gegen eine geringe Gebühr ins Eigentum eintragen.
Mehrere Kantonsparlamente sind deshalb bereits aktiv geworden, in Luzern wurde sogar eine Enteignung ins Spiel gebracht. Politisch mischt Lauwiner selbst ebenfalls mit – er sitzt im Stadtrat von Burgdorf BE. Kandidaturen auf kantonaler Ebene scheiterten jüngst aber.
Die «Times» zeichnet das Bild eines Mannes, der lange eher belächelt wurde. Der Titel mit ironischer Note: «Der selbst ernannte König der Schweiz und sein wachsendes alpines Imperium». Mit seiner «conquest of land» bringe er die Behörden zunehmend gegen sich auf. Lauwiners «Reich» sei zwar klein – etwa ein Viertel der Fläche des Vatikans, rechnet die Zeitung vor –, verschaffe ihm aber Einfluss.
«Digital und ohne Blutvergiessen»
Die «Times» führt ihre Leserschaft kenntnisreich ins Schweizer Recht ein. Sie zeigt sogar eine Karte mit den Gemeinden, in denen Lauwiner Grundstücke besitzt. Im Gespräch verglich er seine «Eroberungen» mit einem «Militärfeldzug», betonte aber: «Ich mache das digital und ohne Blutvergiessen.»
Ihm sei sehr wohl bewusst, dass er nur ein symbolischer König sei. Absolute Monarchien seien «gefährlich», so Lauwiner, eine konstitutionelle Monarchie hingegen «gar nicht so schlecht».
Bei der britischen Leserschaft sorgt das für eine Mischung aus Staunen und Belustigung: Die «Times» bereitete den Bericht auch für Tiktok auf – unterlegt mit idyllischen Landschaftsbildern aus der Schweiz. In den Kommentaren zeigen sich manche Nutzer amüsiert über Lauwiners Auftreten, andere reagieren eher abweisend. Einige sehen sich in ihren Schweiz-Klischees bestätigt: «Wenn Reiche sich langweilen», kommentierte ein User trocken.