Wegen Trump, Putin und Co.
Schweizerinnen und Schweizer sind so pessimistisch wie noch nie

Die Schweizerinnen und Schweizer fühlen sich so unsicher wie seit über 20 Jahren nicht mehr. Gleichzeitig bröckelt der Glaube daran, dass die Neutralität allein noch Schutz bietet. Das zeigt eine neue Sicherheitsstudie.
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Die Aussenpolitik von Donald Trump hat der Schweiz vor Augen geführt, wie verletzlich das Land in einer Welt globaler Unordnung ist.
Foto: Keystone

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Sicherheitsstudie zeigt: Nur 13 Prozent optimistisch zur Weltlage 2026
  • 85 Prozent befürworten die Neutralität der Schweiz
  • 83 Prozent betrachten die Armee als notwendig
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Céline ZahnoRedaktorin Politik

Der Ukraine-Krieg hat eine Zeitenwende ausgelöst, der Nahe Osten gleicht einem Pulverfass, und mit seiner Zollpolitik hat US-Präsident Donald Trump (79) die Schweiz besonders hart getroffen. Es scheint, als hätten Schweizerinnen und Schweizer zurzeit wenig Grund für Optimismus.

Das schlägt sich auch in der jährlich durchgeführten Sicherheitsstudie der Militärakademie und des Center for Security Studies der ETH Zürich nieder. Sie basiert auf einer repräsentativen Umfrage unter rund 2100 Stimmberechtigten. Blick stellt die wichtigsten Ergebnisse vor.

Sicherheitsempfinden

Die Schweiz sieht schwarz für die Welt. Nur 13 Prozent blicken optimistisch auf die nahe Zukunft der weltpolitischen Lage. Das sind 5 Prozentpunkte weniger als im vergangenen Jahr – der tiefste Wert seit Messbeginn im Jahr 2015. Höher ist der Wert bei der Einschätzung der Zukunft der Schweiz: Hier sind 62 Prozent optimistisch.

Noch höher ist der Wert beim eigenen Sicherheitsempfinden. Im Januar 2026 fühlten sich 82 Prozent der Stimmberechtigten sehr oder eher sicher. Der Anteil an Personen, die sich unsicher fühlen, ist allerdings um 4 Prozentpunkte auf 18 Prozent gestiegen. Damit ist das Sicherheitsgefühl so niedrig wie seit 20 Jahren nicht mehr.

Zusammenarbeit mit EU und Nato

Unverändert befürwortet eine Mehrheit von 79 Prozent der Stimmberechtigten eine verstärkte wirtschaftliche Zusammenarbeit mit der EU, ohne ihr beitreten zu wollen. Eine Mehrheit befürwortet auch eine Annäherung der Schweiz an die Nato. 

Hier gab es im vergangenen Jahr auch politische Entwicklungen, hält die Studie fest. Die Weltpolitik stand letztes Jahr ganz im Zeichen von Trump – in zwei Bereichen war dies besonders spürbar für die Schweiz. Einerseits bei den Kürzungen der Gelder für das internationale Genf und zweitens bei der Zollpolitik. «Mehr als alle anderen Entwicklungen der letzten Monate hat sie der Schweiz vor Augen geführt, wie verletzlich das Land in einer Welt globaler Unordnung ist.»

2025 seien politische Signale erkennbar gewesen, dass die Schweiz verstärkt zu den Bemühungen europäischer Staaten beitragen will, ihre Verteidigungsfähigkeit zu erhöhen. So verabschiedete der Nationalrat im März 2025 zum Beispiel eine Erklärung für eine eigenständige europäische Sicherheitspolitik und eine aktive Rolle der Schweiz.

Armee

Der Ukraine-Krieg bringt auch der Schweizer Armee Rückenwind. 83 Prozent der befragten Stimmberechtigten betrachten die Armee als notwendig – das ist einer der höchsten gemessenen Werte seit dem Ende des Kalten Krieges.

29 Prozent teilen zudem die Meinung, dass die Schweiz für die Landesverteidigung zu wenig Geld ausgibt. Auch das ist zwar ein neuer Höchstwert – trotzdem bleibt es eine Minderheit. Die Mehrwertsteuererhöhung von Verteidigungsminister Martin Pfister (62, Mitte) zugunsten der Armee dürfte daher weiterhin einen schweren Stand haben. 

Im Bericht wird denn auch eine Eigenheit der Schweizer Debatte über die Verteidigung festgehalten: Es gebe wenig Einigkeit zur Einschätzung der Sicherheitslage der Schweiz. «Auffallend war, wie wenig die Bedrohungslage überhaupt Gegenstand der öffentlichen Debatten war. Sicherheitspolitik wurde hauptsächlich unter fiskalischen Gesichtspunkten diskutiert.»

Erstmals wurde 2026 auch die Inklusivität der Armee erfasst. Eine Mehrheit von 69 Prozent ist der Meinung, dass die Schweizer Armee das Beste macht, um allen Personen die Möglichkeit zu bieten, ein Teil der Armee zu sein.

Neutralität

Die Neutralität ist tief im Schweizer Selbstverständnis verankert. Unverändert wird sie von einer klaren Mehrheit von 85 Prozent befürwortet. 

Während die SVP die Neutralität in der Verfassung verankern will, glauben aber immer weniger Menschen, dass sie uns vor internationalen Konflikten schützt. Zuletzt war es nur noch eine knappe Mehrheit von 53 Prozent. Und 43 Prozent der Schweizer und Schweizerinnen sind sogar der Meinung, dass die Mitgliedschaft in einem europäischen Verteidigungsbündnis mehr Sicherheit bringen würde als die Beibehaltung der Neutralität. Das ist bis jetzt die höchste gemessene Zustimmung.

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