Darum gehts
- Influencer Joung Gustav verbreitet rechtsextreme Inhalte
- SP-Co-Chef Cédric Wermuth verwendete in diesem Zusammenhang den Begriff «Neonazi»
- Strafanzeige gegen Wermuth eingereicht
Der Influencer Joung Gustav ist für viele aus der Generation Z ein Vorbild, eine Art Superstar. Allein auf Tiktok hat er 5,5 Millionen Follower. Bekannt wurde er durch humorvolle Videos, in denen er mit jungen Leuten an Zürcher Hotspots plaudert, darunter am Bahnhof Stadelhofen.
Schweizweit Schlagzeilen machte er aber mit seinem Tiktok-Zweitkanal «Gustavredet», auf dem sich der Influencer zu politischen Themen äussert. Für Aufsehen sorgte letztes Jahr ein Video, in dem er sich kritisch zu einem Asylzentrum und den «Schattenseiten der Asylpolitik» äusserte. Mit Folgen: Die Migros nahm die Getränkemarke Vyte des Influencers aus ihren Regalen.
Blick deckte weitere politische Äusserungen und Reposts Gustavs auf, in denen er rechtsextreme Verschwörungstheorien verbreitet und die militante Gruppierung Junge Tat feiert.
Gegen Begriff «Neonazi»
Auch SP-Co-Chef Cédric Wermuth (40) wurde auf Gustav aufmerksam und nahm ihn auf Social Media ins Visier. Im Abstimmungskampf um die 10-Millionen-Initiative veröffentlichte Wermuth auf Instagram und Facebook einen Screenshot von einem Gustav-Video, welches mit zwei roten Linien durchgestrichen war. Dazu schrieb der Aargauer Nationalrat, es werde sich mit der Abstimmung zeigen, «ob die erstarkende Neonazi- und rechtsextreme Bewegung zu den Gewinnern gehöre».
Quasi als «Neonazi» betitelt zu werden, wollte der Influencer so aber nicht hinnehmen. Gustav zeigte Wermuth an, wie der «Tages-Anzeiger» berichtet. Die zuständige Staatsanwaltschaft bestätigt demnach den Eingang einer entsprechenden Anzeige.
Doch bevor gegen Wermuth ermittelt werden kann, müssen die zuständigen Kommissionen in Bundesbern entscheiden, ob sie dessen Immunität aufheben wollen. Das dürfte in diesem Fall eher unwahrscheinlich sein. Wermuth selbst hat den Begriff «Neonazi» später aus dem Post gelöscht.