Darum gehts
- Joung Gustav verliert Migros-Deal nach Kritik an Asylpolitik
- In der Branche müsse man «links oder ruhig» sein, kritisiert er
- Neues Getränkepulver soll via Crowdfunding finanziert werden
Der Influencer Joung Gustav ist für viele aus der Generation Z ein Vorbild, eine Art Superstar. Allein auf Tiktok hat er 5,5 Millionen Follower. Bekannt wurde er durch humorvolle Videos, in denen er mit jungen Leuten an Zürcher Hotspots plaudert, darunter am Bahnhof Stadelhofen.
Nebst seinem Influencer-Dasein führt er die Getränkefirma Vyte, deren Vitamindrinks etwa in der Migros verkauft werden. Besser gesagt: verkauft wurden. Denn die Migros hat den Deal gekündigt, wie CH Media publik gemacht hat.
«Meine Karriere ist vorbei, weil ich kritisch über das Asylwesen gesprochen habe», meldet sich Gustav nun in einem neuen Video zu Wort. Die Vyte-Bestellungen habe Migros von einem Tag auf den andern Tag gestrichen. Zwei weitere Brands seien ebenfalls von Projekten mit ihm abgesprungen.
Grund dafür ist Gustavs Tiktok-Zweitkanal «Gustavredet», auf dem sich der Influencer zu politischen Themen äussert. Dort hat er zwar nur rund 5700 Follower. Trotz der geringeren Reichweite sorgte letztes Jahr seine Kritik an einem Asylzentrum in seiner Wohngemeinde Dietikon ZH für Aufsehen.
Kritik an Asylpolitik
Er störte sich an fehlenden Informationen zum Thema Sicherheit im Abstimmungsbüchlein und äusserte sich zu den «Schattenseiten der Asylpolitik». Insbesondere zu Asylkosten und zu Asylkriminalität. Er warnte davor, dass Schweizer im eigenen Land zunehmend zur Minderheit würden – sogar «buchstäblich aussterben». Sein Fazit: «Es wird Zeit, dass man in der Schweiz Politik für Schweizer und kulturell von Anfang an gut integrierbare Personen macht.»
Das Stimmvolk hat das Asylzentrum mit über 60 Prozent abgelehnt. Gustavs politische Meinungsäusserungen gehen seiner Werbepartnerin Migros trotzdem gegen den Strich. Man habe mit Gustav das Gespräch gesucht, habe aber feststellen müssen, «dass eine weitere Zusammenarbeit nicht mit unserem Wertekanon vereinbar ist». Daher habe man die Zusammenarbeit beendet, heisst es bei der Migros gegenüber CH Media. Die Getränkemarke Vyte verschwindet aus den Regalen.
Linkere Werte gefordert
Gustav geht in seinem neuen Video in die Gegenoffensive. Linkere Werte würden in der Branche nicht nur toleriert, sondern sogar gefordert. «Wenn du als Influencer in der Schweiz Geld verdienen willst, gilt die Devise: Sei links oder sei ruhig.»
Seine Karriere als klassischer Influencer sei vorbei, so Gustav. Er nehme dies als Chance, um neue Projekte zu verfolgen. Dies auch mit einem neuen Produkt, mit dem man nicht auf grosse Detailhandelsketten angewiesen sei. Stattdessen setzt er auf den Onlinehandel.
Crowdfunding lanciert
«Alpkick», heisse das neue Vyte-Produkt, das derzeit entwickelt werde – eine «leicht gesüsste Getränkepulverreihe mit Schweizer Alpenkräutern und Fruchtextrakt».
Dafür sucht er via Crowdfunding nun Gelder. 35'000 Franken sind als Finanzierungsziel gesetzt. Damit unterstütze man neben dem Produkt auch die Meinungsfreiheit in der Schweiz, so Gustav. Sein Appell zum Schluss: «Lasst euch eure Meinungsfreiheit von niemandem nehmen.»