Darum gehts
- Schweizer Zoll nutzt mobile Röntgenanlagen zur Kontrolle von Fahrzeugen an Grenzen
- Hightech-Gerät Rapiscan spart Zeit durch Scans ohne Entladen der Fahrzeuge
- Insgesamt stehen vier Anlagen im Einsatz
Fahrzeuge durchleuchten, ohne sie zu öffnen: Für den Schweizer Zoll ist das längst Alltag. Mit mobilen Röntgenanlagen scannen Grenzschützer Autos und Lastwagen, um verbotene Waren aufzuspüren – auch dann, wenn sie in Hohlräumen versteckt sind.
Besonders eindrücklich ist der sogenannte Rapiscan, ein Koloss auf Rädern: Auf den ersten Blick erinnert er an einen etwas unförmigen Lastwagen mit einem überdimensionalen Torbogen hintendran. Doch trotz seiner Grösse steht das XXL-Gerät kaum je im Scheinwerferlicht. Wie funktioniert es genau? Blick erklärt die Hightech-Anlage im Staatsdienst.
Mitarbeitende brauchen geschultes Auge
Die mobile Röntgenanlage ist in der ganzen Schweiz unterwegs, wie es beim zuständigen Bundesamt für Zoll und Grenzsicherheit (BAZG) heisst. «Der Rapiscan wird im täglichen Dienst durch Spezialisten eingesetzt.» Kürzlich war er etwa bei der Zollstelle Kreuzlingen TG stationiert.
Mit der Anlage fahndet die Behörde nach Schmuggelware, Drogen und anderen verbotenen Gütern. Fahrzeuge würden «lagebedingt und risikoabhängig» ausgewählt. Sie werden ins Scanportal geführt – den besagten Torbogen. «Das Fahrzeug durchfährt das Gerät und spezialisierte Mitarbeitende analysieren die Röntgenbilder», so BAZG-Sprecher Oliver Varga zu Blick. «Bei Verdacht wird das Fahrzeug einer eingehenden Kontrolle unterzogen.»
Der Vorteil: Die Fahrzeuge müssen für den ersten Blick nicht zerlegt oder ihre Ladung nicht aufwendig entladen werden. Das spart Zeit und ermöglicht es den Fahndern, versteckte Waren rascher aufzuspüren. Bei den Kontrollen entdecken sie allerhand. «Dazu zählen nicht korrekt deklarierte Waren, verbotene und gefährliche Güter, die nicht transportiert werden dürfen, sowie Betäubungsmittel», zählt Varga auf.
Die Mitarbeitenden brauchen ein geschultes Auge. Sie müssen innert kürzester Zeit erkennen, was zu einem Fahrzeug gehört und was nicht. Was am Bildschirm erscheint, erinnert an die Röntgenbilder eines Arztes – nur dass hier nicht Menschen, sondern Autos oder Lastwagen durchleuchtet werden.
Vier Anlagen im Fuhrpark
Der Hersteller bezeichnet den Rapiscan als «Hochdurchsatzsystem». Die Anlage ist mehr als zwölf Meter lang und erreicht im aufgebauten Zustand eine Höhe von 5,8 Metern. Der Preis einer solchen Anlage liegt meist im hohen sechsstelligen Bereich – oder je nach Ausführung darüber.
Die Behörde verfügt über einen Fuhrpark mit vier Röntgenanlagen. Neben zwei Rapiscan-Modellen, erstmals 2015 im Einsatz, gehören dazu auch zwei Anlagen des Typs CAB2000. Diese funktionieren ähnlich, sind aber schon älter. Wie oft die Anlagen tatsächlich zu einem Treffer führen, ist unklar. Das BAZG führt keine Statistik darüber, wie viele Verstösse dank ihnen aufgedeckt werden.