VBS plant Reorganisation
Pälvi Pulli muss um ihren Job bangen

Bundesrat Martin Pfister legt sich mit seinen Offizieren an. Im VBS tobt ein Machtkampf um Posten, Einfluss – und um die künftige Ausrichtung der Armee.
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Muss um ihren Job bangen: Pälvi Pulli, Vize-Chefin des Staatssekretariats für Sicherheitspolitik (Sepos).
Foto: Keystone

Darum gehts

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Raphael RauchBundeshausredaktor

Bundesrat Martin Pfister (62, Mitte) verlangt nach Blick-Informationen von der Armeeführung einen radikalen Schnitt bei den höheren Stabsoffizieren (HSO). Die Rede ist von einer Reduktion von bis zu 50 Prozent. Doch die 52 Brigadiere, Divisionäre und Korpskommandanten stellen sich quer und schlugen einen Abbau von 15 Prozent vor. Zu wenig für Pfister. Er schickte die Armeespitze zurück an den Schreibtisch – und machte seinem Ärger deutlich Luft.

Das VBS bestätigt, dass an der Führungsstruktur gearbeitet werde. Die Armee müsse sich angesichts der «verschlechterten geopolitischen Lage» konsequent auf Verteidigung ausrichten. Die Zeit der aufgeblähten Stäbe dürfte vorbei sein: Intern ist von «zu vielen Häuptlingen und zu wenigen Indianern» die Rede – ein Echo früherer Armeereformen wie der Armee XXI. 

Auch im Sepos rumort es

Dem Vernehmen nach stehen viele Funktionen zur Disposition. Viele Posten könnten künftig mit Obersten besetzt werden. Die Einsparungen wären begrenzt – die Signalwirkung dafür umso grösser. Zu spüren bekommt das bereits jetzt der Bereich Operative Schulung: Die Funktion des Stabschefs wird vorerst nicht besetzt.

Parallel rumort es im Staatssekretariat für Sicherheitspolitik (Sepos). Staatssekretär Markus Mäder (54) prüft eine Reorganisation im internationalen Bereich. Aktuell leisten sich Sepos und die VBS-Abteilung für Internationale Beziehungen Doppelstrukturen. Teilweise müssen sich Mitarbeiter neu bewerben, heisst es. 

Was ist mit Gabriel Lüchinger?

Im Zentrum steht Pälvi Pulli (55), Mäders Stellvertreterin und eine der prägenden Figuren der VBS-Sicherheitspolitik. Dem Vernehmen nach wackelt Pullis Stuhl; das Zusammenspiel mit dem Generalsekretariat soll nicht flutschen. Bei der SVP ist Pulli, gebürtige Finnin, ein rotes Tuch – sie gilt als EU- und Nato-Turbo. Anderen ist Pullis Verbindung zu ihrem Ex, dem ehemaligen VBS-Kadermann Christian Catrina (69), oder ihrem aktuellen Partner, Brigadier Peter Soller (59), suspekt. Ob Pulli ihre Position halten kann, ist offen.

In der Bundesverwaltung fragt man sich, warum Martin Pfister nicht den ehemaligen SVP-Generalsekretär Gabriel Lüchinger (49) zum VBS-Generalsekretär oder Staatssekretär ernannt hat. Stattdessen wollte Pfister den Roche-Lobbyisten Samuel Lanz (42) abwerben. Seit der Bürgenstock-Konferenz 2024 pflegt Lüchinger weltweit Kontakt zu den wichtigen Sicherheits- und Militärberatern. Eine Aufgabe, die eigentlich ins VBS gehört und nicht ins Aussendepartement, wo Lüchinger tätig ist. Als SVP-Mann könnte Lüchinger die SVP motivieren, mehr Geld für die Armee in die Hand zu nehmen. 

Mit sich selbst beschäftigt

Bislang ist das Sepos vor allem mit sich selbst beschäftigt. Nach Informationen von Blick waren bei einem Wiederholungskurs in Meiringen 120 Soldaten ohne gültige Personensicherheitsprüfung (PSP) im Einsatz und brauchten eine Ausnahmebewilligung. Die PSP gilt seit Jahren als überfordert.

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