Er sollte Armee-Chef werden – später kam es zum Zoff mit Korpskommandant Süssli
Amherd versüsste Abgang von Spitzen-Kader mit 180'000 Fr

Claude Meier wollte Armeechef werden – doch Viola Amherd entschied sich für Thomas Süssli. Jahre später kam es zum Zerwürfnis. Zum Abschied erhielt Meier 180'000 Franken.
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Claude Meier hat das VBS 2024 verlassen.
Foto: Keystone

Darum gehts

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  • Claude Meier erhielt 2024 Frühpensionierung mit 179'016 Franken Abgangsentschädigung
  • Spannung mit Armeechef Thomas Süssli führte zu Karriereabstieg nach Genf
  • Bundesgericht fordert Offenlegung von Topkader-Abgangsentschädigungen bei Staatsbehörden
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Raphael RauchBundeshausredaktor

Bis zuletzt wehrte sich Claude Meier (61) mit Händen und Füssen. Er wollte verhindern, dass publik wird, dass die damalige VBS-Chefin Viola Amherd (63) seinen vorzeitigen Abgang mit knapp 180'000 Franken versüsst hatte.

Obwohl der Staat laut Bundesgericht Abgangsentschädigungen von Topkaderleuten offenlegen muss, legte Meier Einspruch ein. Erst nach einer Empfehlung des Eidgenössischen Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragten (EDÖB) traute sich das Verteidigungsdepartement, die Höhe der Abgangsentschädigung mitzuteilen: Claude Meier erhielt 179'016 Franken.

Vom Senkrechtstarter zum unbequemen Kopf

Claude Meier galt lange als eines der grössten Talente der Schweizer Armee. Unter Korpskommandant André Blattmann (69) wurde er Divisionär und Chef des Armeestabs – einer der mächtigsten Männer in der Truppe. Nach Blattmanns Abgang übernahm Philipp Rebord (68) die Führung der Armee. Unter ihm blühte Meier auf: Rebord setzte auf Strategie, internationale Kontakte und Freiraum für seine Kader. Meier war damals, so erzählen es Insider, der inoffizielle Chef der Armee. Er steuerte den operativen Kurs der Armee wie kaum ein anderer.

Menschen, die Meier gut kennen, beschreiben ihn als hochintelligent, präzise – ein «Tüpflischiisser» im besten wie im schwierigsten Sinn. Wenn Meier etwas anpackte, hatte es Substanz. Sein Humor sei gewöhnungsbedürftig, heisst es, seine Hartnäckigkeit hingegen sei legendär. «Stur wie ein Ofenrohr», sagt ein Kamerad – unbeirrbar, aber auch wenig kompromissbereit. 

Machtkampf mit dem neuen Armeechef

Meier wollte Chef der Armee werden – doch Bundesrätin Viola Amherd entschied sich für Thomas Süssli (59). Während Rebord führen liess, stand Süssli für Mikromanagement. Je länger Süssli im Amt war, desto selbstbewusster setzte er sich über interne Expertenmeinungen hinweg – auch über jene seines Armeestabschefs.

Das Verhältnis zwischen Süssli und Meier war von Anfang an angespannt. Süssli nahm Meier zunehmend an die kurze Leine, übersteuerte ihn bei Dossiers, die früher im Kompetenzbereich des Armeestabs lagen. Meier liess sich das nicht gefallen, sprach Themen offen an, stellte Fragen – zu offen für den Geschmack seines Vorgesetzten. Schritt für Schritt eskalierte der Konflikt, bis Süssli Meier loswerden wollte.

Ruag? Armasuisse? Abgeschoben nach Genf

Meier wurden mehrere Posten angeboten, unter anderem jener des Kommandanten der Luftwaffe. Auch für die Leitung der Ruag und bei Armasuisse war Meier im Gespräch. Doch dafür war Meiers Verhältnis zu Süssli zu zerrüttet.

Schliesslich landete Meier in Genf in einer Position mit deutlich weniger Gestaltungsspielraum. «Divisionär Claude Meier, zurzeit Chef Armeestab, wird per 1. Januar 2021 Höherer Stabsoffizier an den Genfer Zentren für Friedens- und Sicherheitspolitik», teilte der Bundesrat 2020 mit. Für Meier eine Karriere nach unten!

In Genf soll es, wie Insider berichten, ebenfalls zu Spannungen gekommen sein. Die Genfer Thinktanks waren mit Meiers Performance nicht zufrieden. Schliesslich war das VBS bereit, Meier 2024 in die Frühpensionierung zu schicken – mit einer Abgangsentschädigung von knapp 180’000 Franken. Meier wollte sich gegenüber Blick nicht äussern. 

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