Darum gehts
- In Domat/Ems startet ab Ostern die «Blue Line» für Einheimische
- Nur Einwohner mit Bewilligung dürfen die spezielle Strasse nutzen
- 1379 Anträge für die Durchfahrt wurden bis Ende Februar gestellt
Die Touristen müssen im Stau stehen. Für die Einheimischen aber heisst es ab Ostern in Domat/Ems: Freie Fahrt! An den Deutschen, Zürchern und Bernern vorbei.
Die Gemeinde Domat/Ems öffnet nämlich extra eine eigene Strasse, auf der die Einwohnerinnen und Einwohner an der Stauschlange vorbeibrausen können.
«Die Nutzung der Ausweichroute ist ausschliesslich Personen mit Hauptwohnsitz oder Wochenaufenthalt in der Gemeinde Domat/Ems gestattet», schreibt die Gemeinde auf ihrer Homepage. An Ostern nun startet die sogenannte «Blue Line», wie die Gemeinde kürzlich weiter bekannt gab. Stockenden Verkehr soll es dann nur noch für Auswärtige geben.
«Uns stinkt der Ausweichverkehr»
Der Hintergrund: Die Gemeinde liegt an der Autobahn. Wenn es Stau gibt, weichen die Touris auf die Hauptstrasse aus. Nicht zur Freude der Domat/Emser. «Uns stinkt der lärmende Ausweichverkehr», schrieb Gemeindepräsident Erich Kohler (64) schon letzten Sommer. Zwar gibt es ein Dosiersystem, das den Verkehr bewusst aufhält – und so das Ausweichen weniger attraktiv machen will. Das Dumme dabei: Das System sorgt auch für Stau. Stau, in dem auch die Einheimischen stehen.
Nun ist damit Schluss. An Ostern öffnet besagte «Blue Line», vorerst als Pilotprojekt. Die Strasse, auf der sonst ein Fahrverbot ist, dürfen nur Einheimische, Postauto und Co. sowie Ambulanzfahrzeuge benutzen. Und offen ist sie nur, wenn auch das Dosiersystem in Betrieb ist.
Einheimische mussten für die Durchfahrt eine spezielle, kostenlose Bewilligung beziehen. Wie die «Südostschweiz» schreibt, sind bereits 1379 Anträge eingegangen. Damit das System funktioniert, führt ein Sicherheitsdienst Kontrollen durch. Wer die Karte noch nicht bezogen hat, muss aber weiterhin im Stau stehen. Die Bezugsfrist für die Ostertage ist Ende Februar abgelaufen.