26 Tote seit 2011
Bundesrat will Camions nicht mit Totwinkel-Warnsystemen nachrüsten

Seit Mitte 2024 müssen neue Lastwagen und Busse mit einem Assistenzsystem ausgerüstet sein. Ältere Fahrzeuge will der Bundesrat aber nicht nachrüsten.
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Der Tessiner Nationalrat Bruno Storni wollte ältere Camions mit Totwinkel-Warnsystemen nachrüsten.
Foto: Keystone

Darum gehts

  • Bundesrat lehnt Motion gegen Unfälle durch toten Winkel ab
  • Warnsysteme oft unzuverlässig, viele Fehlalarme bei Velofahrenden festgestellt
  • Nachrüstungskosten würden 300 Millionen Franken für 60'000 Fahrzeuge betragen
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Keystone-SDADie Schweizer Nachrichtenagentur

Das hält der Bundesrat in seiner ablehnenden Stellungnahme zu einer Motion des Tessiner Nationalrats Bruno Storni (SP) fest. Der tote Winkel, jene Stelle neben dem Fahrzeug, die Fahrerinnen und Fahrer nicht einsehen können, sei der Grund häufiger und schwerer Unfälle mit Velofahrerinnen oder Fussgängern, begründete Storni die Motion.

26 Tote, 35 schwerverletzte und 70 Leichtverletzte

Von 2011 bis 2024 habe es bei Unfällen dieser Art 26 Tote, 35 Schwerverletzte und 70 Leichtverletzte gegeben, schrieb er, gestützt auf Zahlen der Beratungsstelle für Unfallverhütung. Mit Hilfsmitteln könnten die Fahrerinnen und Fahrer den toten Winkel vollständig einsehen; auf dem Markt seien akustische Warnsysteme erhältlich.

Der Bundesrat hält dagegen, dass sich in einer Evaluation viele dieser Systeme als mangelhaft erwiesen hätten. Sie generierten viele Fehlalarme und entdeckten Velofahrende nicht zuverlässig.

Kosten von insgesamt 300 Millionen Franken

Zudem argumentiert er mit der Einsatzzeit eines Lastwagens von rund acht Jahren: Bis technische Anforderungen an die Systeme und die gesetzlichen Bestimmungen vorlägen sowie eine Übergangsfrist für die Nachrüstung abgelaufen sei, dürfte ein beträchtlicher Teil der Lastwagen ohne Assistenzsystem ohnehin ersetzt worden sein.

Schliesslich führt der Bundesrat die Kosten an: Gehe man für die Schweiz mit einem Aufwand von etwa 5000 Franken pro Nachrüstung aus, ergäbe sich bei rund 60'000 immatrikulierten Fahrzeugen eine Summe von 300 Millionen Franken.

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