Darum gehts
- SP Zürich will 2027 ohne Daniel Jositsch in Ständeratswahlkampf ziehen
- Jositsch könnte parteilos kandidieren oder zu anderer Partei wechseln
- Pressekonferenz heute 14.00 Uhr im Kaufleuten Zürich angekündigt
Um 14.00 Uhr informiert Jositsch
Kommt jetzt die endgültige Trennung mit seiner Partei? Heute hat Ständerat Daniel Jositsch ins Kaufleuten in Zürich geladen, um über seine «politische Zukunft» zu informieren. Blick berichtet live.
Die Zürcher SP hat den bestgewählten Politiker des Landes abserviert: Die Partei will 2027 ohne Daniel Jositsch (61) in den Ständeratswahlkampf ziehen. Das haben die Delegierten vergangene Woche entschieden.
Die grosse Frage lautet nun: Wie reagiert Jositsch? Kaum jemand glaubt, dass der Publikumsliebling die politische Bühne leise verlassen wird. Heute um 14 Uhr hat der amtierende Ständerat im Kaufleuten Zürich zu einer Medienkonferenz geladen. Dort will er über seine politische Zukunft informieren. Blick berichtet live.
Jositsch hat verschiedene Optionen
Der Zürcher hat theoretisch verschiedene Optionen. Er könnte die SP aus freien Stücken verlassen und als Parteiloser noch einmal als Ständerat antreten. Vorgemacht hat das etwa der Zürcher Regierungsrat Mario Fehr (67). Fehr ist heute parteilos, gehörte aber bis Juni 2021 der SP an.
Jositsch müsste damit ohne Rückhalt der Partei kandidieren. Da seine Wählerbasis bis weit ins bürgerliche Lager reicht, hätte er aber selbst bei einem Alleingang Erfolgschancen.
Im Ständerat gehören die Mitglieder einer Gruppe an. Auch ein Anschluss bei einer anderen Partei wäre denkbar, etwa der FDP. Die GLP ist unwahrscheinlich, da die Partei mit Tiana Angelina Moser (47) schon eine Ständerätin aus Zürich stellt.
So oder so: Falls Jositsch das Feld nicht räumen will, kommt es wohl längerfristig zum endgültigen Bruch mit den Sozialdemokraten. Sollte er nämlich trotz des Entscheids der Delegierten als SP-Mitglied kandidieren, könnte dies auf einen Parteiausschluss hinauslaufen.
Es gibt ein Beispiel für ein solches Szenario: den Fall des Aargauer SP-Politikers Kurt Wernli (1942–2023). Wernli, damals amtierender Grossratspräsident, forderte 1999 bei den Regierungsratswahlen die offizielle Kandidatin seiner eigenen Partei heraus. Er trat als wilder Gegenkandidat mit SP-Parteibuch an – seine Partei schloss ihn kurzerhand aus der Partei aus.