Hier wird Jositschs Niederlage bekanntgegeben
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Der Saal applaudiert:Hier wird Jositschs Niederlage bekanntgegeben

Nach Jositsch ist «Jacky» in der Poleposition
Im Nationalrat ist sie ein Star – aber reicht das fürs Stöckli?

Die Zürcher SP will Daniel Jositsch nicht mehr als Ständerat. Statt sozialliberal, soll es im Stöckli wieder linker werden: Viele hoffen, dass stattdessen Nationalrätin Jacqueline Badran kandidiert. Damit lässt sich die Partei auf ein heisses Spiel ein.
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Sie brachte sich selbst in die Poleposition: Kandidiert Jacqueline Badran für den Ständerat?
Foto: Keystone

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Jacqueline Badran könnte bei Ständeratswahl für die SP kandidieren
  • SP-Kritik an Jositsch: Abweichung von Parteilinie, Kritik an Klima- und Sozialpolitik
  • Anders als für den Nationalrat braucht es für den Ständerat eine absolute Mehrheit der Stimmen
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Joschka SchaffnerRedaktor Politik

«Jacky» stünde bereit. Der Satz entwickelte sich am Donnerstagabend in Zürich-Schwamendingen nach und nach zum Mantra. Knapp zwei Tage zuvor sagte SP-Nationalrätin Jacqueline Badran (64) gegenüber dem Onlineportal Tsüri, dass sie als Ständeratskandidatin bereitstehen würde. Und sorgte damit wohl dafür, dass die Delegierten der Zürcher Kantonalpartei ihren amtierenden Ständerat Daniel Jositsch (61) knapp – mit 109 zu 94 Stimmen – für die Wahlen im Herbst 2027 nicht mehr nominierten.

Die «Alternativlosigkeit» war nach Badrans Aktion plötzlich kein Argument mehr. Die «Panaschierkönigin» der letzten Nationalratswahlen war für viele im Saal die geeignete – und vor allem linkere – Nachfolgelösung. Nur: Bei der Wahl ins Stöckli gelten andere Regeln. Setzt die Partei mit der SP-Frau auf falsche Hoffnungen?

Jositsch holte den Sitz zurück

Klar ist: Es war besonders der Personalie Jositsch zu verdanken, dass die Zürcher SP 2015 nach 32-jähriger Durststrecke endlich wieder im Stöckli vertreten war. Mit seinen sozialliberalen Positionen konnte er bis weit über die Mitte hinaus mobilisieren. Der «Rechtsdrall» des Ständerats war nun aber mitunter auch der Grund für die Abkehr.

Vor dem Entscheid der Delegierten geisterte innerhalb der Partei ein Papier herum, das aufzeigte, wie Jositsch in 16 Punkten von der Parteilinie abweicht. Auch während der Versammlung kassierte der Ständerat eine lange Liste an Kritik: Lasch beim Klima, despektierlich gegenüber Frauen, Migranten und queeren Menschen, hiess es etwa.

Bei den Jungen ist Badran die Hoffnung

Mit Häme reagierte die Juso Kanton Zürich. «Tschüss Dani – you will not be missed», schrieb die Partei nach der Demontage auf Instagram. «Er kann ja mit Mario Fehr eine eigene Partei gründen», liess sich ihr Präsident anschliessend in einer Mitteilung zitieren. «Es gibt sicher genügend gekränkte alte Männer dafür in der SP, die kann er gleich mitnehmen.»

Besonders für die jungen Linken ist schon länger klar: Mit Badran soll es wieder Richtung Parteilinie gehen. Die IT-Unternehmerin ist für die SP eine Leitfigur. Ob in der Wohnungspolitik, bei den Unternehmenssteuern oder den Renten: Setzt sie sich bei einer nationalen Vorlage zuvorderst ein, resultiert für die Partei zumeist ein Sieg. Brennt sie für ein Thema, stürzt sich die Zürcherin regelrecht in die Schlacht.

Bestgewählte Nationalrätin der Schweiz

Dabei ist sie auch für ihre ausführlichen Standpauken bekannt. Das Zusammenstauchen politischer Gegnerinnen und Gegner kommt bei der Stimmbevölkerung offensichtlich an: «Die Leute bedanken sich immer wieder bei mir, dass ich stellvertretend für sie den Job mache», sagte Badran 2024 zu Blick. Sie selbst wolle, dass die Leute dank ihr auch Kompliziertes verstehen und ein Aha-Erlebnis hätten.

Der Respekt bis weit über die Parteigrenzen zeigte sich besonders bei den letzten Wahlen. Sie stieg zur bestgewählten Nationalrätin der Schweiz auf. Dabei holte sie so viele Stimmen auf anderen Listen, wie niemand sonst. Für viele in der Partei zeigt das: Jacky hat auch das Zeug, um den Zürcher Ständeratssitz zu verteidigen.

Kommt es zum Showdown an der Urne?

Badrans klare Ansage kam für die kantonale Parteispitze dennoch überraschend, wie Stimmen gegenüber Blick bestätigen. So beliebt die Parlamentarierin auch ist: Mit ihren Panaschierstimmen von 2023 wird es kaum für das Stöckli reichen – sie machten nur rund zehn Prozent aus. Und im Ständerat werden die Sitze nicht nach Verhältnis der Parteistärken verteilt, sondern nach absoluter Mehrheit der Stimmen. Heisst: Reine Gefälligkeitsvoten reichen nicht – besonders, wenn die bürgerlichen Parteien geeignete Alternativen liefern.

Im Nachgang zu Jositschs Demontage bleibt die Nationalrätin bisher still – auch auf Blick-Anfrage. Währenddessen muss sich die Partei darauf vorbereiten, dass der Abgesägte dennoch wieder antritt. «Ich werde meine persönliche Zukunft überdenken und informieren, wenn ich zu einem Resultat gekommen bin», sagte Jositsch nach seiner Niederlage. Gut möglich, dass er sich mit der SP auf einen gefährlichen Showdown einlässt und dennoch als Parteimitglied kandidiert. Zumindest bleibt der kantonalen Sektion noch etwas Zeit, um zu entscheiden, wie sie darauf reagieren möchte.


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