Übernachten auf Parkplatz an der Aare
Wildcamper nerven Anwohner – jetzt reagiert Solothurn

Ein idyllischer Parkplatz direkt an der Aare in Solothurn wird immer häufiger von Campern genutzt. Nun gehen die Stadtbehörden dagegen vor: Wer übernachten will, soll gefälligst auf den Campingplatz!
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Die Stadt Solothurn hat am Ritterquai aufgrund von «Rückmeldungen und Reklamationen aus der Anwohnerschaft» ein Verbotsschild aufgestellt.
Foto: Lucien Fluri

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Stadt Solothurn verbietet Campieren am Ritterquai mit neuen Verbotsschildern
  • Wildcampieren kostet Gemeinden Einnahmen: fast sechsstelliger Betrag im Wallis
  • TCS-Campingplatz Solothurn: Stellplatz kostet im September 59 bis 103 Franken
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Riccarda CampellRedaktorin Politik

Wer am Ritterquai in Solothurn Halt macht, sucht vor allem eines: Ruhe. Doch die idyllische Lage direkt an der Aare sorgt zunehmend für Ärger. Denn der Platz wird längst nicht mehr nur von Tagesgästen genutzt, sondern auch von Camperinnen und Campern, die dort über Nacht bleiben.

Die Stadt hat nun reagiert und aufgrund von «Rückmeldungen und Reklamationen aus der Anwohnerschaft» ein Verbotsschild aufgestellt. Die Tafeln sollen vor allem informieren und auf die geltenden Bestimmungen aufmerksam machen.

An der bisherigen Regelung habe sich nichts geändert, betont eine Sprecherin der Stadt gegenüber Blick: «Das Campieren am Ritterquai war bereits bisher nicht zulässig.» Doch offenbar war das nicht allen bewusst – oder die Vorschrift wurde schlicht ignoriert. Immer wieder blieben Camper über Nacht am beliebten Platz an der Aare stehen. Deshalb ging die Stadt nun in die Offensive und hat die Signalisation eingerichtet.

Die Rechtslage ist klar: Auf öffentlichem Grund dürfen in Solothurn keine Zelte, Wohnwagen oder ähnliche Unterkünfte aufgestellt werden, sofern der Platz nicht vom Stadtpräsidium dafür bezeichnet und bewilligt wurde. Wer gegen die Regeln verstösst, muss in Solothurn mit einer Busse rechnen.

In der Stadt gibt es derzeit nur einen Ort, an dem Camperinnen und Camper ganz offiziell ihr Nachtlager aufschlagen dürfen: der TCS-Campingplatz. Ein Stellplatz kostet dort im September zwischen 59 und 103 Franken pro Nacht.

Wildcamper bezahlen keine Kurtaxen

Immer wieder greifen Gemeinden gegen Wildcamper durch. Der Gemeinderat von Frutigen BE etwa verbot 2023 das Campieren auf vier öffentlichen Plätzen. 

Auch Wildhaus SG wollte 2025 mit einem neuen Campingreglement gegen Wildcamper vorgehen und das Zelten unter freiem Himmel verbieten. Dabei ging es nicht nur um die Nutzung öffentlicher Plätze, sondern auch ums Geld. «Wer einen der offiziellen Campingplätze bucht, zahlt Kurtaxen», so Gemeinderätin Edith Meyer damals. In Wildhaus-Alt St. Johann entrichten Erwachsene 2.60 Franken pro Nacht, Jugendliche 1.30 Franken.

Wer sein VW-Büssli dagegen auf einem Parkplatz abstellt und dort übernachtet, legt höchstens dem Grundeigentümer etwas ins Kässeli. «Die Ungleichbehandlung ist nicht fair», fand die Gemeinderätin.

Auch Obergoms und Goms VS gehen gegen Wildcamper vor, die ohne Gebühren übernachten. Das Tourismusbüro hat berechnet, dass der Destination durch das Wildcampieren in der Sommersaison fast ein sechsstelliger Betrag an direkter Wertschöpfung entgeht. Deshalb hat die Gemeinde zusammen mit Obergoms Tourismus und dem Kanton Wallis an einigen Standorten Tafeln mit einem QR-Code aufgestellt. Damit können Camperinnen und Camper zumindest digital die Kurtaxe bezahlen.

Doch auch wer die Kurtaxe bezahlt, darf deshalb noch lange nicht überall übernachten. An verbotenen Standorten gilt das Campingverbot weiterhin. Die Camper sollen nach Möglichkeit die offiziellen Stell- und Campingplätze nutzen. Dort, wo man sie ganz fernhalten will, wurden zudem Steine platziert.

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