Darum gehts
- Diverse Walliser Campingplätze seit März 2026 wegen Naturgefahren geschlossen; auch andere betroffen
- Verband fordert risikobasierte Lösungen statt pauschaler Schliessungen
- Hohe Investitionskosten und Bürokratie machen Bau neuer Anlagen schwierig; Engpässe möglich
Für die einen war es nur eine Formalität, für die anderen ein Schock: Etliche Walliser Campingplätze mussten Anfang Jahr ihre Tore schliessen. Etwa die Plätze «Aletsch» in Grengiols, «Alphubel» in Täsch oder «Molignon» in Evolène. Der Kanton ordnete dies mit Verweis auf drohende Naturgefahren an – etwa Steinschlag, Murgänge oder Ufererosionen. Doch auch verschiedene andere Plätze in der Schweiz konnten ihren Betrieb nicht mehr weiterführen. Für viele Verantwortliche ist das schwer nachvollziehbar. Der Campingverband äussert sich nun gegenüber Blick ausführlich – und übt Kritik.
Allein im Wallis traf es total 13 Anlagen. Sie erhielten Anfang März Post von der kantonalen Baukommission. Der Bescheid: Schliessung per sofort wegen Naturgefahren! Auch in anderen Kantonen kam es in den vergangenen Jahren und Monaten zu Schliessungen – etwa in Gampelen BE. Hier lag der Platz in einem Naturschutzgebiet. Grund für die Schliessung des TCS-Campingplatzes Brüggli ZG vor einiger Zeit war hingegen ein neues Konzept der Stadt für die Freizeitraumgestaltung.
Vieles «richtig und unvermeidbar»
Das gibt auch in der Branche zu reden. Laut Swisscamps, dem nationalen Dachverband der Schweizer Campingbranche, muss man die Schliessungen zwar differenziert betrachten. «Dort, wo tatsächlich akute Naturgefahren drohten, sind Schliessungen – oder zumindest Teilschliessungen – letztlich richtig und unvermeidbar», erklärt der Verband um Präsident Marcel Zysset und Geschäftsführerin Fabienne Huber auf Blick-Anfrage.
Gleichzeitig «muss aber kritisch hinterfragt werden, ob präventive Schutzmassnahmen frühzeitig und ausreichend geprüft wurden». In einigen Fällen hätte man womöglich stärker in bauliche Sicherungen und intelligente Risikomanagement-Lösungen investieren können, kritisiert der Verband.
Die Zukunft der Branche könne zwar «sehr positiv» sein – sofern die Rahmenbedingungen stimmen. Camping biete ein «gutes Preis-Leistungs-Verhältnis» und «Nähe zur Natur».
Ersatzplätze sind «nur bedingt realistisch»
Doch entstehen angesichts des Campingbooms auch neue Plätze? Beim Verband dämpft man die Erwartungen – und warnt vor Engpässen. Es sei heute «nur bedingt realistisch», die verlorenen Kapazitäten wieder zu ersetzen, erklärt Swisscamps. Als Gründe nennt der Verband unter anderem die «hohen regulatorischen Hürden» in den Bereichen Raumplanung und Umwelt, hohe Investitionskosten sowie langwierige Baubewilligungsverfahren. Der Aufbau neuer Plätze? Kaum realistisch. Dies könne zu «Engpässen in der Hochsaison» führen – und damit möglicherweise auch zu mehr Wildcampen.
Brisant: Der Verband hält weitere Schliessungen für durchaus möglich. Als Gründe nennt er zunehmende Naturgefahren infolge des Klimawandels, steigende Investitionsanforderungen und wachsenden regulatorischen Druck. Um diesen Trend zu bremsen, brauche es mehr Planungssicherheit für die Betreiber, fordert Swisscamps. Statt pauschaler Schliessungen seien «risikobasierte Lösungen» gefragt. Zudem brauche es die «Förderung von Innovation und nachhaltigen Konzepten – auch für die Sicherheit».
Auch Chalets im Visier der Behörden
Doch nicht nur Campingplätze sind betroffen. In Salavaux VD am Murtensee nahmen die Behörden 30 kleinere als Zweitwohnungen genutzte Chalets ins Visier. Sie stehen neuerdings in einer Schutzzone, die der Bund in ein Biodiversitätsreservat umgebaut hat. Die Besitzer hatten die Wahl, sämtliche Bauten bis spätestens Ende März 2026 zu entfernen oder einen auf sieben Jahre befristeten, nicht verlängerbaren Mietvertrag abzuschliessen. Nach Ablauf dieser Frist muss das Grundstück dann vollständig geräumt und frei von jeglichen Gebäuden übergeben werden.
Solche Unterfangen sind oftmals auch mit juristischen Fragen verbunden. Auch bei mehreren geschlossenen Walliser Campingplätzen sei «das letzte Wort noch nicht gesprochen», erklärt Swisscamps. «In einigen Fällen laufen aktuell noch Gespräche.»
Folgende Anlagen mussten im Zuge der 13 Schliessungen im Kanton Wallis im März 2026 den Betrieb einstellen:
- «Lampertji 6» in Gampel VS / Gespräche laufen
- «Rhodania» in Reckingen VS / Gespräche laufen
- «Riverside» in Reckingen VS / Gespräche laufen
- «Brigga» in Ritzingen VS / Gespräche laufen
- «Aletsch» in Grengiols VS / bereits renaturiert
- «Mischabel» in Saas-Grund VS / Seit Jahren ausser Betrieb
- Campingplatz in Saas-Balen VS / Gespräche laufen
- «Alphubel» in Täsch VS / Gespräche laufen
- «Molignon» in Evolène VS / Gespräche laufen
- «Camping de Champsec» in Val de Bagnes VS / definitive Schliessung
- Campingplatz in La Fouly VS / Sommerbetrieb teilweise gerettet
- Campingplatz in Trient VS
- «Van d'en Haut» in Salvan VS / Gespräche laufen
Weitere Schliessungen im Wallis:
- Campingplatz Arolla VS / dauerhaft, 2025
- Campingplatz Zermatt VS / dauerhaft, 2026
- Camping Lötschental VS / mindestens bis Sommer 2026, Bergsturz von Blatten
- Camping Fafleralp VS / mindestens bis Sommer 2026, Bergsturz von Blatten
Weitere:
- TCS Camping Gampelen BE / dauerhaft, 2024
- TCS Camping Zug / dauerhaft, 2023
Anmerkung: Die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Zudem sind in einigen Fällen noch Gespräche im Gange.
Folgende Anlagen mussten im Zuge der 13 Schliessungen im Kanton Wallis im März 2026 den Betrieb einstellen:
- «Lampertji 6» in Gampel VS / Gespräche laufen
- «Rhodania» in Reckingen VS / Gespräche laufen
- «Riverside» in Reckingen VS / Gespräche laufen
- «Brigga» in Ritzingen VS / Gespräche laufen
- «Aletsch» in Grengiols VS / bereits renaturiert
- «Mischabel» in Saas-Grund VS / Seit Jahren ausser Betrieb
- Campingplatz in Saas-Balen VS / Gespräche laufen
- «Alphubel» in Täsch VS / Gespräche laufen
- «Molignon» in Evolène VS / Gespräche laufen
- «Camping de Champsec» in Val de Bagnes VS / definitive Schliessung
- Campingplatz in La Fouly VS / Sommerbetrieb teilweise gerettet
- Campingplatz in Trient VS
- «Van d'en Haut» in Salvan VS / Gespräche laufen
Weitere Schliessungen im Wallis:
- Campingplatz Arolla VS / dauerhaft, 2025
- Campingplatz Zermatt VS / dauerhaft, 2026
- Camping Lötschental VS / mindestens bis Sommer 2026, Bergsturz von Blatten
- Camping Fafleralp VS / mindestens bis Sommer 2026, Bergsturz von Blatten
Weitere:
- TCS Camping Gampelen BE / dauerhaft, 2024
- TCS Camping Zug / dauerhaft, 2023
Anmerkung: Die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Zudem sind in einigen Fällen noch Gespräche im Gange.