Ihnen droht das Aus
Gibt es doch noch Hoffnung für Walliser Campingplätze?

Eine Taskforce sucht fieberhaft nach Lösungen im Walliser Camping-Drama. Doch ob für die Betroffenen am Ende wirklich alles gut kommt, ist weiterhin völlig offen.
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Walliser Campingplätze müssen wegen Naturgefahren schliessen. Die Geschichte trifft William Jerjen hart – ohne die Einnahmen steht er mit leeren Händen da.
Foto: Raphaël Dupain

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Walliser Campingplätze wegen Naturgefahren im März geschlossen, Betreten verboten, CHF 10'000 Strafe
  • Betreiber William Jerjen kämpft um Existenz, AHV allein reicht nicht
  • Taskforce prüft Öffnung bis Juni, bauliche Schutzmassnahmen geplant
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Simone SteinerBundeshausredaktorin

Anfang März traf die Walliser Campingplatzbesitzer eine Schreckensnachricht: Von einem Tag auf den anderen sollten sie ihre Plätze schliessen. Diese seien «besorgniserregenden Naturgefahren» ausgesetzt, hiess es vom Kanton. Den betroffenen Betreibern wurde von den Behörden per sofort verboten, ihre Grundstücke zu betreten – ansonsten droht ihnen eine Busse von mindestens 10'000 Franken.

Einer der sieben Betroffenen ist William Jerjen (64). «Dass ich das Grundstück plötzlich nicht mehr betreten darf, ist unverständlich», sagt er zu Blick. Seinen Campingplatz Rhodania in Reckingen VS gibt es seit über sechzig Jahren. Bereits sein Grossvater vermietete die Parzellen an Gäste. Dass die Einnahmen nun wegfallen, trifft ihn existenziell. «Bald werde ich pensioniert», sagt er. Nur mit der AHV werde es für ihn knapp.

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Jerjen kritisiert das Vorgehen des Kantons. «Man hat vorschnell gehandelt», sagt er. Man hätte die Situation zuerst gemeinsam mit den Betreibern und Gemeinden anschauen sollen, bevor eine sofortige Schliessung beschlossen wird.

Das ist nun – knapp einen Monat später – nachgeholt worden: Wie «Le Nouvelliste» als Erstes berichtete, traf sich am Dienstag eine neu einberufene Arbeitsgruppe. Im Gremium sitzen Vertreter des Kantons, der Gemeinden sowie der Campingbetreiber.

Hoffnung stirbt zuletzt

Mit am runden Tisch ist auch der Präsident von Campings Valais-Wallis, Christophe Valley (50). Er sagt zu Blick: «Dass nun endlich etwas passiert, werten wir positiv.» Die Campingbetreiber müssen nach Antrag der zuständigen Dienststellen des Kantons Wallis nun Expertisen einholen, um aufzuzeigen, dass sich die Risiken mit besseren Sicherheitskonzepten reduzieren lassen. Zudem sollen bauliche Massnahmen ergriffen werden, um die Plätze besser zu schützen.

Im Goms hat die Gemeinde bereits entsprechende Arbeiten gestartet. Durch eine Geländeanpassung sollen die beiden Campings Rhodania und Riverside besser vor Hochwasser geschützt werden. Das nächste Treffen der Taskforce ist für Ende April geplant. «Dann wird man genauer wissen, ob es möglich sein wird, die Campings wieder zu öffnen», so Valley. Das werde wohl spätestens im Juni sein – also noch vor der Hochsaison.

Normalerweise öffnet Jerjen seinen Campingplatz am 1. Mai. Er muss also mit Einbussen rechnen. Zudem hat er bereits 2000 Franken ausgegeben, um eine Beschwerde gegen den Kanton einzureichen. Weil seine Zukunft weiterhin ungewiss ist, herrscht für ihn noch immer grosse Unsicherheit. Der 64-Jährige versucht die Fassung dennoch zu bewahren. «Die Hoffnung stirbt zuletzt», sagt er.

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