Darum gehts
- SVP-Nationalrat Ernst Wandfluh kritisiert Wildcamper wegen Abfall auf Berner Alp
- Aludosen gefährden Kühe; Wandfluh musste bereits ein Tier schlachten
- Beliebte Regionen verschärfen Kontrollen, Gemeinden klagen über Vermüllung durch Camper
Wildcampen boomt – und sorgt immer wieder für Ärger. Mit einem Video aus dem Berner Oberland hat SVP-Nationalrat Ernst Wandfluh (49) die Diskussion nun neu entfacht. Der Landwirt zeigt darin Abfall, den er auf der Alp Ueschenen oberhalb von Kandersteg BE eingesammelt hat. Das Video geht viral: In den sozialen Medien wurde es schon hunderttausendfach angesehen.
Wandfluh präsentiert Getränkeflaschen, Aludosen und andere Hinterlassenschaften, die nach einer Übernachtung im Freien zurückgeblieben seien. Er filmt den Abfall und macht seinem Unmut über die Camper Luft.
«Diese Camper versiechen den Ruf aller anderen»
Zwar betont auch Wandfluh, dass sich die grosse Mehrheit der Camper korrekt verhalte – und dass er mit Wildcampierern an sich sogar leben könne. Es gebe aber immer wieder Personen, die ihren Abfall liegen liessen und damit anderen die Arbeit aufhalsten. «Diese Camper versiechen den Ruf aller anderen», sagt er im Video.
Der «Berner Zeitung» erklärte Wandfluh zudem: «Aludosen sind das Schlimmste, weil sie für die Kühe hochgefährlich sind.» Er habe bereits eines seiner Tiere schlachten müssen, nachdem es Teile einer Dose gefressen habe.
Gemeinden ergreifen Massnahmen
Das Thema beschäftigt viele Bergregionen seit Jahren. Besonders seit der Pandemie sind Ferien mit Campervan oder Übernachtungen in der freien Natur beliebter geworden. Gleichzeitig klagen Gemeinden, Grundeigentümer und Landwirte immer wieder über zurückgelassene Abfälle oder andere Spuren menschlicher Aktivitäten.
Gemeinden und Tourismusregionen kämpfen seit Jahren mit den Auswüchsen des Wildcampens. Besonders in beliebten Berggebieten sorgen einzelne Camper immer wieder für Ärger – sei es wegen liegen gelassenem Abfall, nächtlichen Übernachtungen an verbotenen Orten oder Hinterlassenschaften in der Natur. Einige Regionen haben deshalb bereits Einschränkungen eingeführt und Kontrollen verschärft, wie eine Umschau von Blick zeigte.
So klagten etwa Gemeinden im Wallis über Wildcamper, die weder Gebühren bezahlen noch die vorhandene Infrastruktur nutzen. Andere Orte reagierten mit Nachtparkverboten, Fahrverboten oder zusätzlichen Hinweistafeln. Die meisten Camper verhielten sich zwar korrekt, betonen die Verantwortlichen. Doch schon wenige Fehlbare könnten für viel Frust sorgen.
Für SVP-Nationalrat Wandfluh ist die Sache einfach: Wer die Bergwelt nutze, solle sie auch so verlassen, wie er sie vorgefunden habe. Sonst bleibe die Arbeit am Ende bei denjenigen hängen, die auf den Alpen leben und arbeiten.