Darum gehts
- Basel-Stadt beendet Vertrag mit britischer Compass Group wegen schlechter Schulverpflegung
- Eltern boykottierten Betreuung, 900 neue Mahlzeiten gehen an lokalen Anbieter
- Basler Betrieb erhält 1,6 Mio Franken für Zusatzauftrag
Wenn sich die Kinder über Mittag mit Brot begnügen, liegt mit der Schulverpflegung etwas im Argen. Das musste sich nun auch der Kanton Basel-Stadt eingestehen.
Erst letztes Jahr hatte das Basler Erziehungsdepartement die internationale Compass Group damit beauftragt, die warme Verpflegung an den Tagesstrukturen der Primarschulen sicherzustellen. Nach vernichtenden Rückmeldungen rudern die Behörden wieder zurück – und schmeissen den britischen Mega-Caterer auf Ende des Schuljahres wieder raus.
Tiefster Preis, mässige Qualität
Wie die «bz Basel» publik machte, hätten die Eltern ihre Kinder aufgrund der mässigen Qualität erst gar nicht mehr in die Tagesbetreuung geschickt. Oder sie gaben ihnen gleich selbst einen Zmittag mit auf den Weg. Kein Wunder: In der für drei Jahre befristeten Ausschreibung hatte der weltgrösste Cateringkonzern seine Konkurrenz nämlich vor allem mit einem unschlagbar tiefen Preis in die Schranken gewiesen – obwohl das Kriterium kaum ein Drittel der Bewertung ausmachte.
Die Compass Group war jedoch nicht alleiniger Gewinner. Aus 17 Offerten wählte der Kanton drei Unternehmen aus, so die «bz» weiter: Die Schweizer SV Group sorgt seither für die kalte Verpflegung, die warmen Mahlzeiten wurden zwischen den Briten und dem Basler Betrieb Ryago aufgeteilt. Insgesamt kostet das Basel-Stadt jährlich 4,7 Millionen Franken.
Basler Betrieb erhält den Auftrag
Die Geschichte schlägt in Basel hohe Wellen. Die «Basler Zeitung» spricht gar von einem «Mittagstisch-Debakel». Nach dem Rausschmiss des Grössten darf sich nun der Zweitplatzierte Ryago freuen: Er springt aufgrund der «Dringlichkeit» des Anliegens ohne erneute Ausschreibung in die Bresche, wie die Basler Verwaltung mitteilt. Der zusätzliche Auftrag umfasst täglich rund 900 Mahlzeiten – und wird mit 1,6 Millionen Franken abgegolten. Vorerst sei er auf ein Jahr befristet, so der Kanton.
Nach den Sommerferien dürfen die betroffenen Basler Primarschülerinnen und Primarschüler also wieder aufatmen: Statt Brot oder Mitgebrachtes zu verspeisen, können sie sich ab dann wohl wieder ohne Ekelgefühle an den öffentlichen Mittagstisch setzen.