Darum gehts
- Zürich: Kanton entfernt Mitte März eingerichteten Veloweg am Neumühlequai
- Stadt kritisiert Rückbau vor geplantem Gespräch, Verkehrsdienst leitet Chaos um
- Provisorische Veloroute führte zu Konflikten
Es ist eine Dorfposse, eigentlich. Nur dass die Posse in der grössten Schweizer Stadt stattfindet. In der Nähe des Hauptbahnhofs in Zürich wird gebaut. Für die Velos hatte die Stadt eine Umleitung organisiert. Doch die wurde «nicht wie erwartet genutzt», wie es die Behörden in einer Mitteilung formulieren. Zudem seien mehr Velos auf den Strassen gewesen als gedacht.
Also handelte die Stadt: Mitte März installierte sie entlang des Neumühlequais eine Veloroute und löste dafür eine von drei Autospuren auf. Das wiederum brachte den Kanton auf die Palme. Laut diesem führt die neue Regelung zu langen Rückstaus, und es entstehen «kritische Situationen und Konflikte zwischen verschiedenen Verkehrsteilnehmenden». Das schreibt der «Tages-Anzeiger». Doch die Stadt gibt nicht nach.
Aktivisten stoppen Rückbau vorerst
Nun handelt der Kanton – er baut den provisorischen Veloweg wieder zurück. Zwar stoppten Aktivisten der Gruppe «Velomenschen» die geplante Demontage kurzzeitig. Doch der Kanton setzte sich schliesslich durch.
In einer Medienmitteilung hatte sich die Stadt zuvor geharnischt gezeigt. Eine so kurzfristige, nicht mit der Stadt abgesprochene Änderung gewährleiste keine sichere Verkehrsführung. Einen Termin für einen Austausch zwischen Stadt und Kanton gibt es bereits. «Dass der Rückbau nun vor diesem Gespräch stattfinden soll, ist für den Stadtrat befremdlich.»
Derweil herrscht bei der dortigen Kreuzung das Chaos, wie Tele Züri berichtet. Autos, Velos und Trams fahren kreuz und quer. Die Ampel blinkt nämlich nur noch orange – das müsse zuerst angepasst werden, heisst es. Mittlerweile regelt der Verkehrsdienst den Verkehr.