SRF 2 vor dem Aus
Susanne Wille will ein ganzes Programm einsparen

Weil das frühere DRS 2 fast ein Drittel seines Publikums verloren hat, steht der Kultursender auf der Kippe. Zig SRG-Kaderleute erhalten bis Ende Juni ihre Kündigung.
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Radio SRF 2 verliert massiv an Hörern – SRG-Chefin Susanne Wille prüft Alternativen.
Foto: Thomas Meier

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • SRG plant massives Sparprogramm, Radio SRF 2 Kultur besonders betroffen
  • 28 Prozent weniger Hörer im ersten Quartal 2026 als grösstes Problem
  • Bis 2029 sollen 600 Stellen gestrichen werden, Entscheidungen stehen aus
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Raphael RauchBundeshausredaktor

Die SRG steht vor einem massiven Sparprogramm – und das Kulturradio gerät unter Druck. Radio SRF 2 Kultur hat im ersten Quartal 2026 nach Informationen von Blick 28 Prozent bei den Nutzungsstunden verloren – so stark wie kein anderer SRF-Sender.

Das Nischenprogramm, das bis Ende 2012 noch DRS 2 hiess, ist in eine existenzielle Notlage geraten. Nach Informationen von Blick wird intern über ein Aus diskutiert. Als mögliches Ersatzszenario gilt eine nationale Kulturwelle, die ähnlich Radio Swiss Pop in der ganzen Schweiz ausgestrahlt würde – mit regionalen Zeitfenstern auf Deutsch, Französisch und Italienisch.

Wille und Wappler haben beim Kulturradio versagt

Brisant: Sowohl SRG-Generaldirektorin Susanne Wille (52) als auch die scheidende SRF-Direktorin Nathalie Wappler (58) waren über Jahre hinweg für den Kulturbereich verantwortlich. Kritiker werfen ihnen vor, das Profil von Radio SRF 2 Kultur geschwächt zu haben. Während in Frankreich das Kulturradio zulegt, verliert das Angebot in der Schweiz massiv an Publikum.

Andere Spartensender stehen weniger unter Druck: SRF News gilt als gesetzt, weil in Breaking-News-Situationen unverzichtbar, Virus ist wichtig für den Zugang zum jungen Publikum – wobei auch für dieses Programm die lineare Ausstrahlung zur Diskussion steht.

Noch gibt es keinen Entscheid

Die SRG bestätigt, dass es Probleme gibt: «Es ist eine Tatsache, dass Radio SRF 2 Kultur in den vergangenen Jahren an Publikum verloren hat. Wir arbeiten daran, das Angebot stärker am Nutzungsverhalten auszurichten.» Kulturinhalte würden zunehmend auch digital verbreitet, etwa über die SRF News App oder Play SRF. Konkrete Entscheide seien aber noch nicht gefallen.

Ab 2027 sinken die Einnahmen aus der Medienabgabe deutlich. Der Sparkurs hat schwerwiegende Folgen für das Personal: Nach Informationen von Blick erhalten bis Ende Juni zig Kaderangestellte die Kündigung. Weitere Entlassungen sollen bis Ende September folgen. Bis 2029 muss die SRG 600 Leute feuern: «Die Mehrheit der geplanten Massnahmen wird voraussichtlich im zweiten Halbjahr 2026 umgesetzt.»

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