Darum gehts
- SRG-Chefin Susanne Wille reformiert Unternehmenskommunikation, befördert Sophie Balbo zur Medienstellenleiterin
- Kosten für externe Beratung und Rekrutierung auf mittleren sechsstelligen Betrag geschätzt
- Neues Kommunikationsmodell unter Kritik: Leitung durch unerfahrenes Dreiergremium
Offiziell drückt SRG-Chefin Susanne Wille (51) aufs Tempo. Schon länger stresst sie ihr Team mit Aktivismus und Mikromanagement. E-Mails um 3 Uhr morgens sind keine Seltenheit.
Doch nicht immer hat es Wille eilig. Obwohl sie schon vor Wochen die RTS-Sprecherin Sophie Balbo zur Leiterin der SRG-Medienstelle befördert hat, schweigt Wille eisern. «Frau Balbo ist diese Woche noch in den Ferien. Zudem bereiten wir eine Information zur neuen Aufstellung der SRG-Kommunikation per Ende April vor. Es ist sicher sinnvoll, wenn Sie hier noch etwas Geduld haben», teilt die SRG-Medienstelle mit.
Wille machts wie Marchand
Mit einer welschen Sprecherin kopiert Susanne Wille das Modell ihres Vorgängers Gilles Marchand (64): Der Romand hatte mit Edi Estermann einen Deutschschweizer Sprecher. Bislang leitete Balbo die RTS-Medienstelle in Genf; zuvor war sie für die Glückskette tätig. Sie hat in Paris Soziologie, Kommunikation und Journalismus studiert. Ihr Ex-Partner ist der Grünen-Politiker Antonio Hodgers (49); die beiden haben eine gemeinsame Tochter.
Susanne Willes Umbau der SRG-Kommunikation ist intern umstritten. Für den Neustart der SRG-Kommunikation engagierte sie die externe Agentur Spencer Stuart; diese arbeitete ein neunseitiges Papier aus. Branchenkenner schätzen die Kosten für Strategie und Rekrutierung auf einen mittleren sechsstelligen Betrag. Die SRG warb Markus Berger (60) von Schweiz Tourismus ab – acht Monate später warf Wille wieder alles über den Haufen. Nun muss sie Berger eine teure Abfindung bezahlen.