Shoppen in Deutschland
Das ändert sich jetzt für Schweizer Einkaufstouristen

Lange mussten Nutzer der Zoll-App Quickzoll einen Umweg über den Zollschalter machen, wenn sie vom reduzierten Mehrwertsteuersatz profitieren wollten. Nun hat der Bund einen zentralen Kritikpunkt beseitigt. Was sich für Einkaufstouristen ändert.
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Mit der App Quickzoll können Reisende ihre Einkäufe bei der Einreise in die Schweiz digital anmelden und die fälligen Abgaben direkt bezahlen.
Foto: Imago

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Quickzoll-App erleichtert Selbstverzollung: neue Funktionen ab Juni 2026 verfügbar
  • Nutzer können nun zwischen Mehrwertsteuersätzen von 8,1 % und 2,6 % wählen
  • Quickzoll-Anmeldungen stiegen 2025 auf über 192'000, laut Bundesamt für Zoll
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Sven AltermattCo-Ressortleiter Politik

Der Gang über die Grenze ist für viele Schweizer attraktiv – besonders nach Deutschland. Wer dort einkauft, muss die Waren bei der Rückkehr in die Schweiz allerdings anmelden, sobald die Wertfreigrenze überschritten wird. Wer dies über die Zoll-App Quickzoll erledigt, soll künftig genauer abrechnen können.

Was ist Quickzoll überhaupt?

Quickzoll ist die Selbstverzollungs-App des Bundes. Sie richtet sich an Privatpersonen, die Waren für den Eigengebrauch in die Schweiz einführen. Wer bei der Einreise die Wertfreigrenze oder bestimmte Freimengen überschreitet, kann die fälligen Abgaben direkt in der App berechnen und bezahlen – ohne am Zollschalter anhalten zu müssen.

Was war bisher das Problem?

Bei der Selbstverzollung über Quickzoll konnten Nutzer bislang nicht zwischen den beiden Mehrwertsteuersätzen unterscheiden. Genau hier lag die grösste Kritik an der App. Wer Waren zum reduzierten Satz einführte und davon profitieren wollte, musste weiterhin den Weg über den Zollschalter wählen. Blick berichtete bereits Ende 2024 über diese Kritik. Damals war die Senkung der Wertfreigrenze auf 150 Franken beschlossen worden, während die technische Anpassung der App noch fehlte.

«Dann gehen wir halt mehrmals einkaufen»
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Nach Senkung Wertfreigrenze:«Dann gehen wir halt mehrmals einkaufen»

Was ändert sich nun konkret?

Neu können Nutzer die Waren getrennt erfassen. Produkte zum Normalsatz von 8,1 Prozent und Produkte zum reduzierten Satz von 2,6 Prozent werden separat eingegeben. Die App berechnet die geschuldete Mehrwertsteuer automatisch.

Was bringt das den Reisenden?

Die Abrechnung wird genauer. Nach Angaben des Bundes gelten damit dieselben Bedingungen wie bei einer mündlichen oder schriftlichen Zollanmeldung am Schalter. Besonders für Personen, die viele Lebensmittel im Ausland einkaufen, dürfte die Änderung relevant sein.

Warum ist die App wichtig?

Die Bedeutung der App hat stark zugenommen. Anfang 2025 senkte die Schweiz die Wertfreigrenze für Einkäufe im Ausland von 300 auf 150 Franken. Seither melden deutlich mehr Einkaufstouristen ihre Waren auf diesem Weg an: Die Zahl der Quickzoll-Anmeldungen stieg laut Bund von knapp 84'000 im Jahr 2024 auf über 192'000 im Jahr 2025. Diese Zahlen gab das zuständige Bundesamt für Zoll und Grenzsicherheit kürzlich gegenüber Blick bekannt.

Wann muss ich überhaupt Mehrwertsteuer zahlen?

Wer mitgeführte Waren für den privaten Gebrauch in die Schweiz einführt und dabei die Wertfreigrenze oder Freimengen überschreitet, muss Abgaben entrichten. Je nach Produkt gilt entweder der Normalsatz von 8,1 Prozent oder der reduzierte Satz von 2,6 Prozent.

Welche Waren profitieren vom tieferen Satz?

Zum reduzierten Satz zählen beispielsweise viele Lebensmittel oder Medikamente. Für Waren wie Kleider, Elektronik, Möbel oder Kosmetika gilt der Normalsatz von 8,1 Prozent.

Warum kommt die Änderung erst jetzt?

Laut Bund waren technische Anpassungen nötig. Zudem sei die Weiterentwicklung im Zeitplan eines laufenden Digitalisierungsprogramms namens Dazit für das Jahr 2026 vorgesehen gewesen.

Muss ich jetzt jede Ware einzeln erfassen?

Nein. Die bisherige Variante bleibt bestehen. Wer es einfacher haben möchte, kann weiterhin den Gesamtwert aller Einkäufe erfassen. Das kann sinnvoll sein, wenn nur wenige Produkte dem reduzierten Satz unterliegen oder wenn man Zeit sparen möchte.

Kann ich alles über Quickzoll anmelden?

Nein. Gewisse Einfuhren sind weiterhin ausgeschlossen. Dazu gehören beispielsweise lebende Tiere, Autos oder Handelswaren. In solchen Fällen bleibt die Anmeldung am Zollschalter obligatorisch.

Was muss ich bei einer Kontrolle vorweisen?

Nach der Anmeldung erstellt die App eine Quittung. Diese sollte aufbewahrt werden, damit sie bei einer allfälligen Kontrolle vorgezeigt werden kann.

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