Darum stinkt dein Schweiss!
2:07
Tipps gegen den Geruch:Darum stinkt dein Schweiss!

Schwitzen wir unnötig? Politiker machen Druck
Endlich Klimaanlagen für die Schweiz!

Die Hitzerekorde sind auch in der Schweizer Politik Thema – und zunehmend wird die Klimaanlage als Rezept gepriesen. SVP-Nationalrat Thomas Burgherr fordert einen bewilligungsfreien Einbau. Und GLP-Politiker Patrick Hässig will damit vulnerable Personen schützen.
Kommentieren
1/5
Sogenannte Split-Geräte: Der innere Teil kühlt die Raumluft, und das Aussengerät leitet die warme Luft nach draussen.
Foto: IMAGO/Michael Gstettenbauer

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Politiker fordern leichtere Regeln für Klimaanlagen wegen steigender Hitze in der Schweiz
  • SVP-Nationalrat Burgherr sieht wirtschaftliche Schäden durch ungekühlte Arbeitsplätze und Tourismus
  • GLP-Nationalrat Hässig warnt vor Gesundheitsrisiken, fordert gezielten Einsatz moderner Geräte
RMS_Portrait_AUTOR_586.JPG
Céline ZahnoRedaktorin Politik

In Läden und Wohnungen surrt es permanent, beim Verlassen der kühlen Räume schlägt einem die brütende Hitze entgegen. In der Schweiz wird die Klimaanlage oftmals mit Ferien im Ausland verbunden. Hierzulande tut man sich hingegen schwer mit den Kühlgeräten – es hängt ihnen der Ruf des unnötigen Luxus nach, es gibt bauliche Hürden, und dazu gelten sie als Klimasünder. 

Während die Temperaturen derzeit Hitzerekorde brechen, bröckelt diese Haltung allerdings zunehmend. Politiker wollen die Klimaanlage in der Schweiz nun salonfähig machen.

Schweizer Wirtschaft leide unter Hitze

SVP-Nationalrat Thomas Burgherr (63) fordert etwa eine grundlegende Liberalisierung für die Kühlsysteme. «Die Schweizer Wirtschaftsleistung leidet unter nicht gekühlten Räumen», schreibt er im Vorstoss, über den zuerst CH Media berichtete. Arbeitnehmer würden etwa schlecht ausgeschlafen am Arbeitsplatz erscheinen, zudem senke die drückende Hitze in den Büros die Konzentration. In Industriebetrieben seien Unfälle wahrscheinlicher, und auch die Tourismusbranche leide, weil Gäste mit der Infrastruktur unzufrieden seien.

Künftig sollen die Geräte deshalb schweizweit ohne Bewilligung eingebaut werden können. Burgherr bezieht sich auf sogenannte Split-Geräte. Der innere Teil kühlt die Raumluft, und das Aussengerät, das oft an der Fassade angebracht ist, leitet die warme Luft nach draussen. Dafür braucht es heute in vielen Kantonen eine Bewilligung. Dabei gilt: Je grösser die Anlage, desto mehr Gutachten zu möglicher Abwärmenutzung oder Gerätelärm sind einzureichen. Die Bewilligungspflicht soll nun ganz abgeschafft werden. 

«Hitze ist ein Gesundheitsrisiko»

Auch GLP-Nationalrat Patrick Hässig (47) will mehr Klimaanlagen. Er sorgt sich insbesondere um den Schutz von älteren und kranken Menschen. «Hitze ist ein ernstes Gesundheitsrisiko, besonders für vulnerable Gruppen wie ältere und kranke Menschen», so Hässig. Erhöhte Innentemperaturen führten bei ihnen nachweislich zu einem Anstieg der Sterblichkeitsrate. 

Er will deshalb in seinem Vorstoss vom Bundesrat wissen, welche Möglichkeiten er für den gezielten Einsatz von Klimaanlagen zum Schutz der Bevölkerung sehe. «Es ist höchste Zeit, dass wir prüfen, wie die Schweiz endlich smart gekühlt werden kann», sagt er gegenüber der «NZZ».

Beide Politiker stellen sich auf den Standpunkt, dass Klimaanlagen aus der Nachhaltigkeitsperspektive inzwischen vertretbar seien. Hässig erwähnt etwa den wachsenden Stromüberschuss im Sommer und den technologischen Fortschritt der Geräte. Auch Burgherr schreibt: «Moderne Klimaanlagen gelten nicht mehr per se als umweltschädigend.» Es gebe mittlerweile ökologisch unproblematische Kältemittel.


Was sagst du dazu?
Heiss diskutiert
    Meistgelesen