Darum gehts
- Schweiz leidet unter Hitze mit Temperaturen von über 30 Grad Celsius
- Mobile Klimaanlagen ab 100 Fr. gefragt, aber weniger effizient
- 2024 wurden Klimageräte für 319 Millionen Fr. importiert
Der Schweiss rinnt einem über die Stirn: Es ist heiss in der Schweiz, für manche gar zu heiss. Mit Temperaturen weit über 30 Grad Celsius ist der Sommer endgültig bei uns angekommen. Nicht nur draussen, auch in vielen Büros, Wohnungen und Einfamilienhäusern ist es aktuell richtig heiss. Da liegt die Frage nahe: Was kann man gegen diese Hitze in geschlossenen Räumen tun?
Marco von Wyl, Geschäftsführer des Schweizerischen Verbands für Kältetechnik (SVK), empfiehlt bei den heissen Temperaturen, zunächst die Beschattung sicherzustellen. Auch nächtliches Querlüften kann schon einen kühlenden Effekt aufweisen. Ein einfacher Ventilator könne zwar die Raumtemperatur nicht senken, aber durch die bewegte Raumluft dennoch das Klima schon spürbar verbessern.
Nachfrage nach Klimaanlagen steigt
Immer mehr Schweizerinnen und Schweizern reichen solche behelfsmässigen Mittel nicht mehr aus. Sie kaufen sich Klimaanlagen – in zunehmendem Mass: Im Jahr 2024 wurden Klimageräte und Komponenten im Wert von 319 Millionen Franken in die Schweiz importiert. Das ist eine Steigerung von 20 Prozent innerhalb von zehn Jahren.
Diese Entwicklung kann auch von Wyl bestätigen. Der SVK erhebt zwar keine Marktzahlen, doch aus Gesprächen mit Lieferanten schätzt der Verband das jährliche Wachstum auf etwa zwei Prozent. Gerade ältere Menschen machen die häufiger auftretenden Hitzewellen zu schaffen. «Besonders zu empfehlen ist die Anschaffung einer Klimaanlage für vulnerable Personen, für die grosse Hitze ein Risiko darstellt», erklärt von Wyl. Zudem hält er auch die Klimatisierung von Arbeitsplätzen, sei dies in Büros oder auch im Homeoffice, für sinnvoll.
Beim Kauf einer Klimaanlage kann sich der Käufer zwischen zwei Varianten entscheiden.
Mobile Geräte
Eine Variante wäre die Anschaffung eines mobilen Geräts, des sogenannten Monoblocks. Diese sind online oder im Fachhandel erhältlich und bei steigenden Temperaturen immer heiss begehrt, gerade weil sie je nach Modell mit Preisen ab 100 Franken noch erschwinglich sind. Der Vorteil der mobilen Geräte ist, wie ihr Name schon verrät, ihre Mobilität. Zur Installation eines Monoblocks braucht es meist nur eine Steckdose, und die Position des Geräts kann in Fensternähe beliebig verändert werden.
Doch ein Monoblock hat auch Nachteile. «Mobile Klimageräte haben eine geringere Kühlleistung, verursachen im Raum mehr Lärm und sind weniger effizient», sagt von Wyl. Zudem müsse die «Warmluft» bei einem mobilen Gerät über den Abluftschlauch typischerweise durch ein gekipptes Fenster nach draussen geführt werden. Durch das teilweise geöffnete Fenster gelangt Hitze dann wieder in die eigenen vier Wände, was die Kühlleistung des Geräts schmälert.
Splitgeräte
Als Alternative zur mobilen Klimaanlage gibt es die fixe Installation sogenannter Splitgeräte. Sollte man sich für die Anschaffung einer Klimaanlage entscheiden, ist laut von Wyl immer die fix installierte Anlage zu bevorzugen. Diese sei in der Anschaffung zwar wesentlich teurer, verbrauche allerdings weniger Strom als die mobilen Geräte. Im Idealfall könne das Splitgerät mit einer Photovoltaikanlage betrieben werden, empfiehlt der Experte. Die Klimaanlage läuft vor allem am Tag auf Volltouren, wenn auch der Stromgewinn einer Solaranlage am höchsten ist.
Ein Nachteil von Splitgeräten: Eine fix installierte Klimaanlage lässt sich nicht von einem Tag auf den nächsten einbauen. Mieterinnen und Mieter brauchen stets die ausdrückliche Erlaubnis des Vermieters. Und für den Einbau eines Splitgeräts braucht man in vielen Kantonen eine Bewilligung. Dabei gilt: Je grösser die Anlage, desto mehr Gutachten zu möglicher Abwärmenutzung oder Gerätelärm sind einzureichen. Bis es zu einem endgültigen Entscheid kommt, kann es gut einen Monat oder länger dauern. Wer sich nicht auskennt, sollte unbedingt einen Fachmann beiziehen.
Insgesamt muss man mit Kosten von mehreren Tausend Franken rechnen – dafür hat man es dann im eigenen Zuhause schön kühl. Trotz der Hitze draussen.