Rechnungstricks, Bussenwahnsinn und überbordende Ausgaben
Stadtpolizei Uster ausser Kontrolle

Budgetüberschreitungen, aufgeteilte Rechnungen und verdächtig hohe Busseneinnahmen bringen die Stadtpolizei Uster massiv in Bedrängnis. Die SVP fordert nun eine parlamentarische Untersuchung.
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Vorfälle bei der Stadtpolizei Uster geben zu reden.
Foto: Stadtpolizei Uster

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Stadtpolizei Uster wegen Budgetüberschreitungen und manipulierten Rechnungen in Kritik
  • Rechnungen wurden aufgeteilt, um Kontrollen bei 100'000-Franken-Polizeiautokauf zu umgehen
  • 2025: Budget um 1,4 Mio. Franken überschritten, Busseneinnahmen stiegen auf 1,5 Mio. Franken
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Céline ZahnoRedaktorin Politik

Die Stadtpolizei Uster steht im Kreuzfeuer. Überzogenes Budget, manipulierte Rechnungen und auffällig hohe Busseneinnahmen – die Vorwürfe sind happig. Bekannt wurden sie Anfang Juli, als die Jahresrechnung an der Sitzung des Gemeinderats besprochen wurde. 

Besonders die Vorfälle um die manipulierten Rechnungen wiegen schwer. Bei Ausgaben zwischen 25'000 und 50'000 Franken benötigt die Polizei eigentlich die Zustimmung der zuständigen Stadträtin und des Gesamtstadtrats. Um diese Kontrollen zu umgehen, wurden Rechnungen in mehrere Teilbeträge aufgesplittet.

Der «Tages-Anzeiger» schildert einen konkreten Fall. Ein Kadermitarbeiter wollte für seine Truppe ein Polizeiauto für 100'000 Franken beschaffen. Um die Kontrolle zu umgehen, splittete er die Rechnung in mehrere Teilbeträge von 25'000 Franken auf. 

«Wer Regeln durchsetzt, muss sich selbst an Regeln halten»

Dies war kein Einzelfall. Entsprechend empört ist nun die SVP Uster. Die Fraktion von SVP und EDU fordert nun die Einsetzung einer Parlamentarischen Untersuchungskommission (PUK). «Die Vorgänge in der Abteilung Sicherheit haben eine Tragweite erreicht, die eine unabhängige und umfassende Untersuchung verlangt», so Daniel Schnyder (59), Gemeinderat und Präsident der SVP Uster. Es gehe nicht um einzelne Buchungsfehler, sondern um Führung, Kontrolle, Verantwortlichkeiten und das Vertrauen in unsere Institutionen. «Wer Regeln durchsetzt, muss sich auch selbst an Regeln halten», heisst es in der Mitteilung der Fraktion.

Zudem überschritt die Polizei ihr Budget 2025 um rund 1,4 Millionen Franken. Statt der vorgesehenen rund 6,4 Millionen Franken gab die Polizei rund 7,8 Millionen Franken aus. Der FDP-Gemeinderat Gianluca Di Modica machte darauf aufmerksam, dass diese Mehrausgaben zwar kompensiert wurden – allerdings mit «besonders auffälligen» Busseneinnahmen. So wurden im Jahr 2024 Bussen von knapp 400'000 Franken eingenommen, für das Jahr 2025 waren 470'000 Franken budgetiert. Tatsächlich verbucht wurden dann allerdings über 1,5 Millionen Franken.

Polizeikommandant beurlaubt

Die Sicherheitsvorsteherin Beatrice Caviezel (53, GLP) betonte während der Sitzung, dass der Stadtrat die Situation ernst nehme. «Wir sind intensiv daran, die Ursachen zu klären, und sind dafür besorgt, dass die finanzielle Situation der Stadtpolizei wieder auf Kurs kommt.»

Der Stadtrat von Uster hat den Kommandanten der Stadtpolizei im März 2026 beurlaubt, im Juni informierte er schliesslich, dass die Parteien das Arbeitsverhältnis per Ende Oktober aufgelöst hätten. Grund war sein Verhalten während einer internen Untersuchung betreffend Verletzung von Persönlichkeitsrechten und «beidseitiger Vertrauensverlust».

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