Darum gehts
- Schweizer Politiker reisten am Sonntag nach Kanada für bilaterale Gespräche
- Die Delegation umfasst neun Personen, Kosten werden nicht detailliert ausgewiesen
- 2025 kosteten Parlamentsreisen insgesamt rund 1,25 Millionen Franken
Es ist eine illustre Reisegruppe, die sich am vergangenen Sonntag nach Kanada aufgemacht hat. Nationalratspräsident Pierre-André Page (65) reiste mit seinen Vizepräsidentinnen Katja Christ (53) und Farah Rumy (34) sowie den Fraktionschefs aller Parteien nach Montreal und Québec.
Ziel der Reise sei es, «die bilateralen Beziehungen zu stärken und ein besseres Verständnis dafür zu gewinnen, wie Kanada seine Wirtschafts- und Handelsbeziehungen zur Schweiz weiterentwickeln und sich im aktuellen geopolitischen Kontext – insbesondere in Nordamerika – positionieren will», heisst es in einer Medienmitteilung. Kanada sei der zweitwichtigste Wirtschaftspartner in Nord- und Südamerika.
Was kostet die Reise für die Delegation, die aus neun hochrangigen Schweizer Politikerinnen und Politikern besteht? Auf Anfrage geben sich die Parlamentsdienste bedeckt.
Über eine Million pro Jahr
Die Kosten werden nicht pro Reise ausgewiesen, sondern nur pro Organ: Nach Kanada verreist das Präsidium. Ebenfalls viel unterwegs ist die aussenpolitische Kommission oder die Delegation im Europarat. «Auf eine weitere Aufschlüsselung wird verzichtet, da es sich immer um institutionell begründete und nicht personenbezogene Reisen handelt», schreibt die Medienstelle. Bedeutet: Es sind keine Vergnügungsreisen, sondern Parlamentsarbeit.
Die Fraktionschefs müssen an dem offiziellen Besuch nicht teilnehmen. «Es ist aber Usus, dass sie zur Teilnahme an der offiziellen Delegationsreise des Nationalratspräsidenten oder der Nationalratspräsidentin eingeladen werden.»
Die Kosten für die Reisen 2026 werden im ersten Quartal 2027 veröffentlicht. Bleibt also nur der Blick zurück. 2025 sind die Parlamentarierinnen und Parlamentarier insgesamt für rund 1'250'000 Millionen Franken verreist.
Europarat in Strassburg
Der grösste Posten war das Präsidium, damals noch unter der Führung von Nationalratspräsidentin Maja Riniker (47) und Andrea Caroni (45). Insgesamt 330'479 Franken kosteten die Reisen unter anderem in die USA oder die Ukraine.
Auch die Delegation des Europarats (254’784 Franken) war häufiger unterwegs. Das lässt sich dadurch erklären, dass der Tagungsort in Strassburg (F) liegt. Auch die Delegation für die Beziehungen mit der Europäischen Freihandelsassoziation (Efta) und der Europäischen Union (EU) sowie die aussenpolitischen Kommissionen waren viel unterwegs.
Die Kosten für die Reisen sind in den vergangenen Jahren seit der Corona-Pandemie jeweils konstant geblieben – zwischen 1,2 bis 1,3 Millionen Franken.