Ein Cola-Zero-Junkie, ein Freikirchler und ein Langzeit-Swiftie
Die Bundesratskandidaten der SVP ganz privat

Acht Köpfe stehen für die Nachfolge von SVP-Bundesrat Guy Parmelin im Fokus. Doch wie ticken sie privat? Blick zeigt die Menschen hinter den politischen Köpfen – Überraschungen inklusive.
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SVP-Bundesrat Guy Parmelin nimmt den Hut. Für seine Nachfolge haben die Kantonalsektionen acht Köpfe gemeldet.
Foto: Keystone

Darum gehts

  • Die acht SVP-Bundesratsanwärter und ihr Leben abseits der Politik
  • Ihre Leidenschaften reichen von Bergsport und Pferden bis zu Taylor Swift
  • Romantische Liebesgeschichten, Familienleben und persönliche Eigenheiten überraschen
Sven Altermatt, Ringier
Sven AltermattCo-Ressortleiter Politik

Die Nachfolge von Bundesrat Guy Parmelin (66) sorgt doch noch für Bewegung in der SVP. Gleich acht Namen sind nun im Spiel. Politisch sind die meisten Anwärter mehr oder weniger bekannt. Aber sonst? Wie ticken die Papabili privat? Blick hat berührende Geschichten, überraschende Anekdoten und ungewöhnliche Hobbys zusammengetragen – ein Streifzug durch Privates und Persönliches.

Thomas Aeschi: Heiratsantrag auf Sizilien

Der Zuger Thomas Aeschi (47) fand seine grosse Liebe in der Partei. Seine heutige Frau Valeria lernte der Fraktionschef 2019 bei einem SVP-Anlass auf dem Sattel im Kanton Schwyz kennen. Nach Spaziergängen und Essen wurden sie 2020 ein Paar. Den Heiratsantrag machte ihr Aeschi in einem griechischen Theater auf Sizilien.

Thomas Aeschi beim Wandern mit seiner Frau Valeria.
Foto: zVg

Im Februar 2024 kam ihre Tochter zur Welt. «Es gibt nichts Grösseres im Leben als das eigene Kind», sagte er danach zu Blick. Im Mai 2025 folgte die Hochzeit in Risch ZG. Unter den Gratulanten war mit Albert Rösti (59) auch ein SVP-Bundesrat.

In seiner Freizeit zieht es Aeschi gern in die Berge. Wandern in den Alpen, Skifahren und Reisen zählt er zu seinen Hobbys. Seine Zuger Kantonalpartei hat Aeschi nominiert. Ob er tatsächlich ins Bundesratsrennen steigt, lässt Aeschi allerdings noch offen.

Céline Amaudruz: Erster Kuss auf dem Bundesplatz

Céline Amaudruz (47) sass früher fest im Sattel. Das Reiten gehörte lange zu ihren Leidenschaften, die Genfer Nationalrätin ist Pferdeliebhaberin. Doch der Liebe wegen wechselte sie die Sportart: Ihr Mann Michael Andersen (35) ist begeisterter Golfer. Um mehr Zeit mit ihm zu verbringen, begann sie, ebenfalls Golf zu spielen, wie Blick 2021 berichtete. Das Paar geht zudem gern wandern und fährt Ski.

Leidenschaft für Pferde: Céline Amaudruz ritt jahrelang selbst (hier eine ältere Aufnahme).
Foto: zVg

Gefunkt hatte es in der Politik. Ihren Mann lernte Amaudruz im Wahlkampf kennen. 2019 wurden sie ein Paar. Bei einem Abendessen in Bern war sie derart nervös, dass sie beim Apéro ein Glas zerbrach. Kurz vor Mitternacht folgte auf dem Bundesplatz der erste Kuss, wie sie später «L'Illustré» erzählte.

2021 heirateten die beiden auf einem Weingut in der Genfer Landschaft. Unter den über 200 Gästen war auch der mit Amaudruz eng vertraute Guy Parmelin. Heute sind Amaudruz und Andersen Eltern zweier Töchter.

2021 heirateten Céline Amaudruz und Michael Andersen.
Foto: zVg

Marco Chiesa: Sein Vater war Fussball-Cupsieger

In der Küche von Marco Chiesa (52) geht es offenbar lebhaft zu. Der frühere SVP-Präsident verriet 2020 dem «Corriere del Ticino», dass er mit seinen Kindern gern Gnocchi zubereite. Auch Bündner Capuns gelängen ihm recht gut. Seine Frau Monja gab preis: Wenn er ein Glas suche, öffne er erst drei oder vier Küchenschränke.

Marco Chiesa mit seiner Frau Monja bei einem Blick-Besuch 2023 in Lugano.
Foto: Philippe Rossier

Die beiden haben zwei Kinder und wohnen oberhalb von Lugano TI. Das Paar kennt sich seit der Jugend. Mit seiner Familie verbringt der Tessiner Ständerat gern Ferien in den Bündner Bergen. Überhaupt liebt Chiesa die Berge, fährt Ski und Mountainbike.

Chiesa bewirtet auch gern mal Gäste.
Foto: Philippe Rossier

Früher spielte er selbst Fussball, allerdings nur auf Amateurniveau. Sein Vater Antonio brachte es da weiter: 1968 gewann er mit dem FC Lugano den Schweizer Cup. Marco Chiesa schaut bis heute gern Fussball. Und auch mit dem HC Lugano fiebert er mit.

Jean-Pierre Gallati: Salzstängeli und Cola Zero

Das Interesse von Jean-Pierre Gallati (60) an der Politik begann früh – und hatte offenbar auch mit Salzstängeli zu tun. Sein Vater war lokalpolitisch engagiert. Wollte der kleine Jean-Pierre Zeit mit ihm verbringen, ging er häufig ins Gemeindehaus. Dort hätten Salzstängeli auf ihn gewartet, erzählte der Aargauer Regierungsrat später Radio Summernight.

Sport und Spass: Jean-Pierre Gallati (vorn, links) an einer Bewegungsveranstaltung in Rheinfelden AG.
Foto: Neue Fricktaler Zeitung

Gallati lebt in Wohlen AG, ist verheiratet und Vater einer erwachsenen Tochter. Klassisch sind seine Hobbys: Er nennt Lesen, Geschichte und Fussball. Auch Reisen und Kultur interessieren ihn. Besonders schätze er die Museen und Schlösser seines Heimatkantons.

Eine weitere Vorliebe hat Gallati: Cola Zero. Als er sein Landammann-Jahr feierte, bekam er sogar einen ganzen Korb des Getränks geschenkt. Damit hätte er im Bundesrat eine Gleichgesinnte. Auch FDP-Finanzministerin Karin Keller-Sutter (62) ist Cola-Zero-Liebhaberin.

Cola Zero wird auch von Spitzenpolitikern geschätzt.
Foto: Gaetan Bally

Michael Graber: Ein waschechter Swiftie

Auf Politprominenz verzichtete Michael Graber (45) bei seiner Hochzeit ganz bewusst. Der Walliser Nationalrat heiratete im Juni 2026 seine langjährige Partnerin Jeannette. Mehr als 20 Jahre sind die beiden bereits zusammen.

Im Juni 2026 gaben sich Michael Graber und seine langjährige Partnerin Jeannette das Jawort.
Foto: zVg

Für die Trauung in Saanen BE entschieden sie sich für den ganz kleinen Kreis: Gerade einmal zwölf Personen waren dabei, das Brautpaar eingeschlossen. Nur wenige wussten vorher von der Hochzeit.

«Wir wollten den Tag für uns haben und geniessen. Ein Tag ganz ohne Politik», sagte Graber später zu Blick. Selbst die Flitterwochen mussten wegen beruflicher Verpflichtungen warten.

Graber ist grosser Fan von US-Sängerin Taylor Swift.
Foto: AFP

Grabers überraschende Leidenschaft: Er ist eingefleischter Fan von US-Superstar Taylor Swift (36). Bereits seit 2006 hört der Country-Liebhaber ihre Musik. Allein 2024 besuchte er gleich zwei ihrer Konzerte – Swift sei «einfach genial».

Franz Ruppen: Sein Hobby? Die Politik!

Franz Ruppen (55) hat massgeblich mitgeholfen, die SVP auch im Wallis aufzubauen. Dafür leistete der leidenschaftliche Wahlkämpfer viel Fronarbeit und suchte unermüdlich den Kontakt zu den Leuten. Er ging die politische Ochsentour und schaffte es über den Nationalrat bis in die Walliser Regierung.

«Vollblutpolitiker und Stammtischheld», so beschrieb der «Walliser Bote» Franz Ruppen einmal.
Foto: Franz Ruppen/Instagram

Und weiter? Ruppen ist ledig und wohnt in Naters VS. Sonst ist erstaunlich wenig publik. Nicht von ungefähr schrieb der «Walliser Bote» einst von Ruppen, «diesem Vollblutpolitiker und Stammtischhelden, über den so wenig Privates bekannt ist».

In einem SRF-Porträt sagte Ruppen 2015 selbst, er sei mit der Politik verheiratet. Geselligkeit scheint ihm dennoch wichtig zu sein: Er klopft gern einen Jass mit Freunden, liest und reist. Seine Ferien verbringt er nach früheren Angaben häufig in Italien.

Pierre Alain Schnegg: Halt in der Familie und im Glauben

Pierre Alain Schnegg (63) ist im – traditionell stark politisierten – Berner Jura fest verwurzelt. In Champoz lebt der Regierungsrat seit Jahrzehnten im eigenen Haus. Dafür nimmt er auch den Arbeitsweg nach Bern in Kauf. Früh aufstehen gehört dazu: 2018 berichtete Schnegg, dass er sein Zuhause jeweils bereits um 4.15 Uhr morgens verlasse.

Im Berner Jura ist Pierre Alain Schnegg stark verwurzelt.
Foto: Keystone

Als Unternehmer baute Schnegg eine Informatikfirma auf, die stetig wuchs und ihn jahrelang beanspruchte. Über ausgefallene Freizeitbeschäftigungen ist nichts bekannt. Immerhin: Schnegg liest gern skandinavische Krimis. Als sein liebstes Hobby bezeichnete er aber die Familie. Er ist verheiratet, Vater von vier erwachsenen Kindern und Grossvater. Eine seiner Töchter engagiert sich ebenfalls in der Politik.

Religion ist Privatsache, auch in der Politik wird sie heute nur noch selten thematisiert. Bei Schnegg ist bekannt, dass der christliche Glaube eine wichtige Rolle in seinem Leben spielt. Schnegg gehört der evangelischen Freikirche Gemeinde für Christus an. Gegenüber «Le Temps» berichtete er 2018, regelmässig Gottesdienste zu besuchen.

Rémy Wyssmann: Bergsportler mit SP-Grossvater

Hoch hinaus zieht es den Solothurner Nationalrat Rémy Wyssmann (59). Der Anwalt zählt Klettern, Skitouren und Ausdauersport zu seinen Hobbys. Videos seiner Abenteuer in den Bergen teilt er auch in den sozialen Medien. «Komm gesund zurück», schreiben ihm besorgte Anhänger dann etwa in die Kommentarspalten.

Rémy Wyssmann ist passionierter Alpinist.
Foto: zVG/Facebook Rémy Wyssmann

Wyssmann gehört zu den Sportlichsten unter der Bundeshauskuppel. Der passionierte Alpinist hat sogar schon an der Patrouille des Glaciers teilgenommen, einem der härtesten Skitourenrennen der Welt.

Wyssmann lebt mit seiner Frau Claudia, die ihn als persönliche Mitarbeiterin auch politisch eng unterstützt, in Kriegstetten SO. Das Paar hat zwei erwachsene Söhne.

Wyssmanns Grossvater Walter Weber (1917–2008) sass viele Jahre im Ständerat – allerdings für die SP.
Foto: Bibliothek am Guisanplatz

Politik liegt bei ihm in der Familie, wenn auch über Parteigrenzen hinweg: Sein Grossvater Walter Weber (1917–2008) sass für die Solothurner SP viele Jahre im Ständerat. Als kleiner Bub habe er auf den Knien seines Grossvaters gesessen und dessen politischen Geschichten gelauscht, erinnerte sich Wyssmann.

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