Parmelin in Washington
Plant Donald Trump neue Schikanen?

Die Wirtschaft fürchtet einen zweiten Zollhammer. Am Montag dürfte der Bundespräsident mehr erfahren.
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Bundespräsident Guy Parmelin (Mitte) und Seco-Staatssekretärin Helene Budliger Artieda treffen am Montag den US-Handelsbeauftragten Jamieson Greer.
Foto: Keystone

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Bundespräsident Parmelin reist am Montag mit «Team Switzerland» in die USA
  • Trump ignoriert sie, Gespräche mit Handelsbeauftragtem Greer sind nur Kontaktpflege
  • Schweiz investiert 200 Mrd. Franken in den USA, 300 Jobs in Utah geschaffen
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Raphael RauchBundeshausredaktor

Der Ball ist rund, ein Spiel dauert 90 Minuten und folgt klaren Regeln. Wenn Politik nur so einfach wäre! US-Präsident Donald Trump (80) ist zwar Gastgeber der Fussball-WM, doch vor allem ist er mit sich selbst beschäftigt. Wenn Bundespräsident Guy Parmelin (66) und Seco-Staatssekretärin Helene Budliger Artieda (59) am Montag nach Washington fliegen, wird Trump für die beiden keine Zeit haben. Sie werden dafür Handelsbeauftragten Jamieson Greer (46) treffen.

Parmelins Nordamerika-Reise war schon länger aufgegleist. Aufhänger war die WM in den USA, Kanada und Mexiko. Das war bereits vorgesehen, als noch niemand von Strafzöllen und davon wusste, dass es Wirtschaftsbosse mit Rolex und Goldbarren braucht, um Trump gnädig zu stimmen.

Economiesuisse, Roche, Swissmem, Stadler Rail

Die Gespräche mit Greer sind rein politischer Natur, an denen keine Wirtschaftsvertreter teilnehmen. Später geht es weiter in den Mormonenstaat Utah. Mit dabei: Christoph Mäder (66), Präsident von Economiesuisse, Annette Luther (56), Roche-Kaderfrau und Präsidentin von Scienceindustries, sowie Swissmem-Präsident Martin Hirzel (56). Gastgeber in Salt Lake City ist Peter Spuhler (67), Patron von Stadler Rail, der dort eine neue Halle einweiht.

Die Pharmaindustrie dürfte sich von der USA-Reise vor allem neue Informationen erhoffen. Die Sorge ist gross, dass sich Trump zum 250. Unabhängigkeitstag neue Schikanen ausdenkt. Am 18. Juni startete Washington eine Untersuchung zu deutschen Arzneimittelpreisen. Die Schweizer Pharma blieb davon bislang verschont. Aber wie lange?

Die Schweizer Devise heisst Schadensbegrenzung

Niemand in Bern glaubt daran, dass Parmelin und Greer in Washington einen Durchbruch verkünden werden. Vor einem Jahr war die Schweiz optimistisch, einen Spezialdeal abschliessen zu können – Bundesrätin Karin Keller-Sutter (62) ging allzu blauäugig in ein Telefonat, an dessen Ende 39 Prozent Strafzölle standen. Seitdem heisst die Schweizer Devise: Schadensbegrenzung! Alles, was 15 Prozent Strafzölle nicht übersteigt, sei zu verschmerzen, ist zu hören. Hauptsache, keine allzu grosse Differenz zur EU.

Bewusst dämpft Bern die Erwartungen an das Gespräch mit Greer. Es dürfte vor allem der Kontaktpflege und dem Informationsaustausch dienen. Persönliche Gespräche sind besser als Telefonate – Bern hat im letzten Jahr dazugelernt. Der Protestant Parmelin hat einen guten Draht zu Greer gefunden, denn der Mormone spricht auch Französisch. Beim letzten Treffen hatte Parmelin Schweizer Käse für Greer dabei – Käse statt Rolex und Goldbarren!

Mehr Pharma, mehr Züge, mehr Büffelfleisch

Parmelin dürfte betonen, dass sich die Schweiz an die Abmachung hält, 200 Milliarden in den USA zu investieren. Die Schweizer Pharma klotzt, in die Schweiz wird gar mehr Büffelfleisch importiert – und Stadler Rail schafft in Utah 300 neue Arbeitsplätze. Der Zughersteller spricht von einer «bedeutenden Investition in die Zukunft des Schienenfahrzeugbaus in den USA». 

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Das Handelsbilanzdefizit ist inzwischen ausgeglichen. Dass die Schweiz Gastgeber der Bürgenstock-Gespräche war und Aussenminister Ignazio Cassis (65) dort US-Vizepräsident J. D. Vance (41) empfing, hat nicht geschadet – die beiden sprachen nach Blick-Informationen nicht nur über den Iran, sondern auch über den Zollstreit. Am Ende des Tages bleibt es aber beim weltpolitischen Wahnsinn: Trump entscheidet allein, welches Land welchen Zollsatz bekommt. Anders als beim Fussball folgt Trumps Handelspolitik keinen Regeln.

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