Parlamentarier und ihre VR-Mandate
Dieser Nationalrat hat neu einen 485'000-Franken-Posten

Lukrative Nebenjobs für Parlamentarier: FDP-Nationalrat Beat Walti wird Verwaltungsratspräsident bei Siegfried und erhält jährlich fast eine halbe Million. Mit Mandaten bei Swiss Life und Schindler verdienen Politiker zusätzlich Hunderttausende Franken.
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Nationalrat Beat Walti wird neu Verwaltungsratspräsident der Siegfried Holding – und erhält dafür eine satte Vergütung.
Foto: keystone-sda.ch

Darum gehts

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  • 246 Parlamentarier in Bern halten über 300 Verwaltungsratsmandate in Schweizer Unternehmen
  • FDP-Nationalrat Beat Walti verdient als Siegfried-Präsident fast 500'000 Franken jährlich
  • Nationalräte erhalten für Parlamentsarbeit 130'000 Franken, Ständeräte 150'000 Franken
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Über 300 Verwaltungsratsmandate verteilen sich auf die 246 Parlamentarierinnen und Parlamentarier in Bundesbern. Besonders drei Schweizer Konzerne stechen heraus: Siegfried, Schindler, Swiss Life. Sie holen sich seit Jahren jeweils einen Parlamentarier in ihre Führungsgremien. 

Beim Pharmazulieferer Siegfried darf sich ein Nationalrat aktuell besonders freuen: Die Delegierten des Aargauer Konzerns wählten FDP-Mann Beat Walti (57, ZH) zum neuen Verwaltungsratspräsidenten. Für seinen Posten erhält der Zürcher Anwalt jährlich wohl fast eine halbe Million Franken – so viel gab es jedenfalls zuletzt für seinen Amtsvorgänger Andreas Casutt (62) – für ein Nebenamt.

FDP-Männer sind beliebt

Siegfried scheint an den FDP-Parlamentariern gefallen zu finden: Früher nahm etwa Ex-Ständerat Felix Gutzwiller (78) im Gremium Einsitz. Und heute sitzt neben Walti auch der Bündner Ständerat Martin Schmid (56) im Verwaltungsrat – schon seit einigen Jahren als Vizepräsident. Er erhält dafür jährlich rund eine Viertelmillion.

Für Schmid ist es nicht das einzige Amt: Er sitzt auch im Verwaltungsrat von Versicherungsriese Swiss Life – 2023 belief sich seine Vergütung auf total 196'500 Franken. Alleine mit seinen beiden Nebenämtern verdient der Bündner also satte 450'000 Franken. Auch Swiss Life besitzt zudem eine lange Vergangenheit mit bürgerlichen Parlamentariern im Verwaltungsrat.

Auch im Parlament gibts viel

Genauso ist es auch beim Aufzugskonzern Schindler: Die Nähe zur Politik soll ein Vorteil sein. Im Verwaltungsrat des Schweizer Ablegers sitzen etwa die Ständeräte Pirmin Bischof (67, Mitte) und Hans Wicki (62, FDP). Letzterer war zuletzt auch als Verwaltungsratspräsident der Titlis-Bergbahnen in den Schlagzeilen. Auch sonst sammelt der Nidwalder fleissig Pöstli.

Bei Schindler hielt zuvor der kürzlich verstorbene FDP-Ständerat Rolf Schweiger (†80) den Posten. Wie viel Honorar die Verwaltungsräte erhalten, bleibt geheim – offengelegt werden muss nur, was die Muttergesellschaft zahlt.

Die politischen Mandatssammler erhalten dazu auch für ihre Parlamentsarbeit eine satte Entschädigung: Nationalräte bekommen für ihr Amt im Schnitt rund 130'000 Franken, Ständeräte sogar rund 150'000 Franken.

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