FPÖ-Politiker Werner Gradwohl lobt Schweizer Bahn
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Im österreichischen Bundesrat:FPÖ-Politiker Werner Gradwohl lobt Schweizer Bahn

Ösi-Politiker schonungslos
«Die Schweiz ist uns natürlich um ein Hauseck voraus»

Auch Österreich wettert gern über die Deutsche Bahn – und vergleicht sich mit dem kriselnden Nachbarn. Doch einem Spitzenpolitiker in Wien geht das gegen den Strich. Er findet: Man sollte sich lieber an der Schweiz orientieren.
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Werner Gradwohl (FPÖ), Mitglied des österreichischen Bundesrats, lobt die Schweiz.
Foto: Thomas Topf/zVg

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Österreich-Politiker lobt Schweizer Bahn, kritisiert Deutsche Bahn wegen Verspätungen
  • Pünktlichkeit wird in den beiden Ländern anders gemessen
  • Österreich investiert Milliarden in Bahn, will führende Bahnnation Europas werden
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Sven AltermattCo-Ressortleiter Politik

Wenn Politikerinnen und Politiker in der Schweiz den Bahnverkehr loben, verweisen sie gern auf Deutschland: Die Deutsche Bahn gilt schliesslich als Inbegriff von Verspätungen, Zugausfällen und Infrastrukturproblemen. Und auch in Österreich, wo die Bahn ebenfalls einen hohen Stellenwert geniesst, wird Deutschland oft als Negativbeispiel herangezogen – damit die eigene Bahn besser dasteht.

Doch einem österreichischen Spitzenpolitiker reichte es jetzt. Im Bundesrat – der Kammer der Bundesländer – liess Werner Gradwohl (66), Vertreter der Steiermark, kein gutes Haar am eigenen Bahnverkehr. Stattdessen verteilte er lieber ein dickes Kompliment an die Adresse der Schweiz.

Der Politiker der rechtskonservativen FPÖ sagte kürzlich in einer Debatte: «Warum orientieren wir uns an diesem deutschen Vorbild, das ja ein schlechtes Vorbild ist? Und nicht an der Schweiz, die uns da natürlich um ein Hauseck voraus ist?» In den Reihen seiner Partei erntete er dafür einen kräftigen Applaus. In der Schweiz blieb die Spitze bislang jedoch unbeachtet.

«Orientieren uns immer am schlechten Beispiel»

Gradwohl reagierte damit auf Aussagen von Verkehrsminister Peter Hanke (62, SPÖ), wonach die Pünktlichkeit der Bahn in Österreich 2025 bei 94 Prozent gelegen habe. Genau daran störte er sich: «Wir orientieren uns da immer am schlechten Beispiel der Deutschen Bahn, die ja bekanntermassen sehr säumig ist und immer wieder Verspätungen hat.» Er forderte demonstrativ dazu auf, die Schweiz als Massstab zu nehmen. 

In der von der FPÖ angestossenen Debatte ging es im Kern um grundsätzliche Kritik an der österreichischen Verkehrspolitik. Gradwohl kritisierte den Zustand der Infrastruktur und sprach von Verspätungen, Ausfällen, technischen Defekten sowie teils auch unsicheren Strassenverhältnissen.

Österreich hat ehrgeizige Pläne

Was sagen die nackten Zahlen zur Pünktlichkeit? Auch die Schweizer Züge kommen auf Werte um 94 Prozent. Die Quoten sind allerdings nur bedingt vergleichbar: In der Schweiz gilt ein Zug bereits mit mehr als drei Minuten Verspätung als unpünktlich, in Österreich liegt die Schwelle in der Regel bei fünf Minuten.

Klar ist: Auch Österreich verfolgt ehrgeizige Pläne für die Bahn. Die Regierung in Wien investiert Milliarden in den Ausbau und will das Land langfristig zur führenden Bahnnation Europas machen. Dabei gerät ausgerechnet die Schweiz als bisherige Nummer 1 ins Visier, wie kürzlich publik wurde. Noch ist Österreich von diesem Anspruch allerdings ein gutes Stück entfernt. Oder, in Gradwohls Worten: Die Schweiz ist Österreich «um ein Hauseck voraus».

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