Zuerst feierte er mit Rösti
Dieser fesche Österreicher will die Schweiz vom 1. Platz verdrängen

Er feiert mit Bundesrat Albert Rösti am Wiener Opernball – und greift an: Österreichs Verkehrsminister Peter Hanke will die Schweiz als Bahnnation Nummer 1 ablösen. Wie will er das schaffen?
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Bundesrat Albert Rösti (rechts) und sein österreichischer Amtskollege, Verkehrsminister Peter Hanke, im Februar am Wiener Opernball.
Foto: zVg/Instagram

Darum gehts

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  • Albert Rösti besuchte den Wiener Opernball auf Einladung von Peter Hanke
  • Hanke will Österreich zum Bahn-Europameister machen und Schweiz überholen
  • Schweizer fahren jährlich 2500 km mit dem Zug, Österreicher 1600 km
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Sven AltermattCo-Ressortleiter Politik

SVP-Bundesrat Albert Rösti (58) geriet ins Schwärmen. Der Verkehrsminister war kürzlich am Opernball in Wien zu Gast. «Ein Abend voller Eleganz und gelebter Freundschaft zwischen unseren Ländern», schrieb er auf Instagram. Rösti und seine Frau Therese (57) waren von Österreichs Verkehrsminister Peter Hanke (61) eingeladen worden.

Persönlicher Austausch schaffe Vertrauen und stärke die Zusammenarbeit, so Rösti. «Gerade im Verkehrsbereich sind die Beziehungen zwischen Österreich und der Schweiz eng und strategisch wichtig.» Doch ausgerechnet dieser Hanke fordert die Schweiz nun heraus – und will ihr den Spitzenplatz streitig machen.

Warum die Schweiz als Referenz gilt

Hankes Ziel: «Österreich soll die Nummer 1 unter den Bahnnationen Europas werden.» Damit nimmt er – erfrischend frech – direkt unser Land ins Visier. Österreich sei «auf Kurs zum Bahn-Europameister», so Hanke kürzlich in einem Statement. Die Regierung habe «den Startschuss für die grösste Reform der ÖBB seit über 20 Jahren gegeben». Die Bundesbahnen sollen effizienter werden und «einen noch stärkeren Fokus auf die Fahrgäste» legen. 

«Schlanker und schneller» laute die Devise, fasste die «Kronen-Zeitung» zusammen. Und dafür wolle Hanke die Schweiz überholen. Heute gilt unser Land als Referenz beim Bahnverkehr in Europa. Kein Land legt pro Kopf so viele Kilometer auf der Schiene zurück. Gemäss aktuellen Zahlen fahren Personen in der Schweiz jährlich rund 2500 Kilometer mit dem Zug. In Österreich sind es rund 1600 Kilometer. Auch bei der Zahl der Fahrten pro Kopf liegt die Schweiz vorne. 

International wird das Schweizer System mit dichtem Taktfahrplan, hoher Pünktlichkeit sowie enger Verknüpfung von Bahn, Bus und Schiff regelmässig als Vorbild genannt.

Immerhin: Blickt man nur auf die Länder der Europäischen Union, steht Österreich an der Spitze. Auf den Titel «Nummer eins in der EU» verweist denn auch ÖBB-Chef Andreas Matthä (63) gerne.

Der Weg an die Spitze ist weit

Unbestritten ist, dass Österreich in den vergangenen Jahren aufgeholt hat. Das Land investiert Milliarden in den Ausbau der Infrastruktur, etwa in Grossprojekte wie den Brenner-Basistunnel. Auch im Nachtzug-Business hat sich die staatliche Bahn europaweit eine gute Position erarbeitet. Politisch wird die Schiene gezielt als Zukunftsprojekt aufgebaut – nicht zuletzt aus Klimagründen. Es soll mehr Verkehr von der Strasse auf die Bahn verlagert werden. 

Trotzdem zeigt der Vergleich: Der Weg an die Spitze ist weit. Denn die Pro-Kopf-Kilometer mit dem Zug sind zuletzt auch in der Schweiz nochmals gestiegen, und auch Bern will in den kommenden Jahrzehnten zahlreiche Grossprojekte umsetzen. Albert Rösti dürfte den Vergleich mit seinem österreichischen Amtskollegen also gelassen sehen.

In Wien sorgt Minister Hanke übrigens nicht nur mit seinen ambitionierten Plänen für Aufmerksamkeit, sondern auch mit seinem Auftreten. Er gilt als stilsicher – oder wie man in Österreich sagt: fesch. Er trage «Anzüge von feinstem Zwirn» und habe «für jeden Anlass die passende Garnitur», lobte das Magazin «Profil». Auch am Opernball machte Hanke eine gute Figur, genauso wie seine Gäste aus der Schweiz.

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