Nicht nur die SBB
Post ist auch Mega-Kontrolleur im ÖV

In Aarau kontrollieren zukünftig Angestellte der Post die Bustickets und verteilen Bussen. Der gelbe Riese mischt bereits seit Jahren auch abseits seiner eigenen Postautos fleissig im ÖV-Geschäft mit.
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In den Aarauer Bussen kontrollieren zukünftig Post-Angestellte.
Foto: Peter Baertschiger

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Die Post kontrolliert neu Tickets im Aarauer ÖV und verteilt Bussen
  • Seit 2021 übernimmt sie bereits Kontrollen im Tessiner Tarifverbund Arcobaleno
  • Rund 180 Kontrolleure beschäftigt, SBB hat 2185 Kundenbegleiter im Jahr 2025
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Joschka SchaffnerRedaktor Politik

Es ist mittlerweile keine Überraschung mehr, dass die Post in vielen Wirtschaftszweigen mitmischt. Ob auf dem Finanzplatz, bei den Immobilien, im Werbemarkt oder gar beim elektronischen Patientendossier – der gelbe Riese versucht, sich breit abzustützen.

Mit seinen Postautos mischt das Staatsunternehmen zudem bereits seit über einem Jahrhundert im öffentlichen Verkehr mit. Was viele aber nicht wissen: Unabhängig davon hat sich die Post-Tochtergesellschaft ein zweites Standbein aufgebaut – als eine der grössten Ticketkontrolleurinnen der Schweiz. Wie die Beschaffungsplattform des Bundes Simap nun preisgibt, hat sich das Unternehmen dabei einen neuen Kunden ergattert: Auch im Aarauer ÖV teilen zukünftig Angestellte der Post die Bussen aus.

Im Kanton Tessin kontrolliert die Post

Angefangen hat es mit dem Geld: Bereits seit 1995 bietet die Postauto AG Inkassodienstleistungen für andere Transportunternehmen an – angefangen beim Zürcher Verkehrsverbund. Seit 2004 werden zusätzlich Kontrolldienstleistungen angeboten. Insgesamt bestehe die Kundschaft aktuell aus 60 Transportunternehmungen und zwei Tarifverbünden, teilt die Medienstelle von Postauto mit.

Im Tessin übernimmt der gelbe Riese etwa seit 2021 die Ticketkontrollen und das Inkasso im Tarifverbund Arcobaleno gleich für den gesamten Kanton. Mit dem Angebot kommt der Bundesbetrieb offenbar an, wie auch der neuste Kundenzuwachs in Aarau zeigt: «Das Angebot der Post erzielte die höchste Gesamtpunktzahl und wies insgesamt das beste Preis-Leistungs-Verhältnis auf gemäss den Bewertungskriterien», schreibt der städtische Busbetrieb auf Anfrage.

Nationales Schwarzfahrer-Register

Ganz so riesig ist die Kontrollsparte dann aber doch nicht. Aktuell seien rund 180 Mitarbeitende als Kontrolleurin oder Kontrolleur unterwegs, rund 20 weitere Mitarbeitende würden im Backoffice arbeiten, so das Unternehmen. Zum Vergleich: Die SBB beschäftigten 2025 insgesamt 2185 Kundenbegleiterinnen und -begleiter.

Dennoch trägt die Post auch auf anderem Weg einen gewichtigen Teil zum Schweizer ÖV bei: Sie betreibt zugleich für die Alliance Swisspass, also die nationale Branchenorganisation, das «zentrale Informationssystem über Reisende ohne gültigen Fahrausweis». Heisst: Wer in der Schweiz schwarzfährt, kommt ins Postauto-Register. So sollen Mehrfachtäter im Wiederholungsfall stärker bestraft werden.

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