Darum gehts
- Der Iran-Krieg sorgt an den Börsen für Anspannung
- Pensionskassen sind dank langfristiger Strategie krisensicher, sagt Asip-Direktor
- Swisscanto: Deckungsgrad privater Kassen im Januar 2026 bei 120,9 Prozent
Der Iran-Krieg sorgt bei den Anlegern für Nervenflattern. Die globalen Aktienmärkte stehen angesichts der unsicheren Entwicklung unter Anspannung. So büsste beispielsweise der Schweizer Leitindex SMI am Dienstag über 3 Prozent ein, erholte sich aber am Mittwoch wieder etwas. Auch in Europa, den USA und Asien haben die Aktienmärkte deutlich verloren.
Das Auf und Ab an den Börsen trifft auch die Pensionskassen, die einen Teil ihrer Gelder in Aktien anlegen. Allfällige Börsenverluste schlagen sich entsprechend in der Bilanz nieder. Müssen wir nun um unsere Renten zittern?
«Pensionskassen sind allwettertauglich»
«Unsere Pensionskassen sind allwettertauglich und kommen auch mit schwierigeren Börsenzeiten gut klar», sagt Lukas Müller-Brunner (43), Direktor des Pensionskassenverbands Asip. Für eine definitive Einschätzung sei die Zeitspanne noch zu kurz, doch selbst für eine grössere Krise seien die Pensionskassen grundsätzlich gewappnet.
«2024 und 2025 waren zwei sehr gute Anlagejahre, in welchen die Reserven sehr gut gefüllt werden konnten», erklärt Müller-Brunner. «Damit ist ein dickes Polster vorhanden, mit welchem sich Börsenturbulenzen gut auffangen lassen.»
Tatsächlich schätzt der aktuelle Pensionskassen-Monitor von Swisscanto den kapitalgewichteten Deckungsgrad der privatrechtlichen Kassen im Januar auf 120,9 Prozent. Das entspricht dem höchsten Wert seit 2022. Die öffentlich-rechtlichen Kassen mit Vollkapitalisierung liegen bei 115,7 Prozent, jene mit Teilkapitalisierung bei 92,4 Prozent. Gemäss Swisscanto sind dies für die öffentlich-rechtlichen Kassen die höchsten Deckungsgrade seit Beginn der Erhebung vor 25 Jahren.
Langfristige Anlagestrategie hilft
«Die Pensionskassen garantieren das Kapital gegenüber den Versicherten. Selbst wenn es also zu einem Börsencrash kommt, verliert man nicht Geld in seiner Pensionskasse, wenn genügend Reserven vorhanden sind», macht Müller-Brunner klar. Bereits in früheren Krisen – von der Finanzkrise 2008 bis hin zur Corona-Pandemie oder zum Ukraine-Krieg – hätten sich die Vorsorgeeinrichtungen erstaunlich widerstandsfähig gezeigt.
Den Grund dafür ortet er in der langfristigen Anlagestrategie, den die Pensionskassen verfolgen würden. «Sie legen ihr Geld breit gestreut auf einen viel längeren Zeithorizont an, so dass sich auch grössere Ausschläge ausgleichen lassen», so Müller-Brunner.
So müsse man Aktien in einer Krise nicht gleich abstossen, sondern könne die Börsenbaisse gewissermassen aussitzen. «Eine solche Anlagestrategie mag auf den ersten Blick vielleicht etwas unspektakulär erscheinen», meint Müller-Brunner. «Doch sie sorgt dafür, dass die Renten aus der beruflichen Vorsorge auch in Krisenzeiten sicher sind.»