Nationalrätin sass am Pfingstwochenende in Rauswurf-Zug
«Es ist ein komplettes Versagen der SBB»

Rund ums Pfingstwochenende waren zahlreiche SBB-Züge überfüllt – Passagiere mussten teils wieder aus den Waggons aussteigen. Auch Mitte-Nationalrätin Elisabeth Schneider-Schneiter hat die Turbulenzen miterlebt. Sie äussert scharfe Kritik.
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Die SBB waren auf die Flut von Reisenden während Pfingsten schlecht vorbereitet. (Symbolbild)
Foto: Keystone

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • SBB-Zug Richtung Italien überfüllt: Passagiere ohne Sitzplatz mussten aussteigen
  • Politikerin Schneider-Schneiter kritisiert SBB für fehlende Waggons und Kommunikation
  • Verspätung von fast 2 Stunden, Grund: Fahrzeugstörung, reduzierte Zugkomposition

Drängeln, quetschen, schwitzen: Vor dem Pfingstwochenende waren zahlreiche SBB-Züge rappelvoll. Manche waren derart überfüllt, dass sie zeitweise nicht mehr weiterfahren konnten. Wie Blick berichtete, warf eine Zugbegleiterin der SBB darum auf der Strecke von Zürich Richtung Lausanne Passagiere praktisch aus dem Zug. Für die Betroffenen war das ein Frust.

Auch Mitte-Nationalrätin Elisabeth Schneider-Schneiter (62) hat die Turbulenzen miterlebt – in einem anderen Zug. Sie reiste am Freitag vor Pfingsten Richtung Italien. «Schon in Basel hiess es, dass der Zug zu wenige Waggons mitführt, weil diese am Vortag nicht aus Italien zurückgekommen sind», berichtet sie. Selbst Reisende mit reservierten Sitzplätzen fanden deshalb keinen Platz mehr.

«Der Zug blieb immer wieder stehen», erinnert sich Schneider-Schneiter. So summierte sich die Verspätung auf fast zwei Stunden. «In Brig wurden sogar Passagiere mit reservierten Plätzen gebeten, den Zug zu verlassen», sagt sie gegenüber Blick. Sie selbst kam dann in Italien an – mit Verspätung zwar, aber immerhin.

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Auch auf der Plattform X schilderte die Baselbieterin die Situation – und erhielt zahlreiche Reaktionen. Viele Nutzer machten die Zuwanderung für die überfüllten Züge verantwortlich. Für Schneider-Schneiter – eine Gegnerin der 10-Millionen-Initiative der SVP – stimmt das nicht. «Es ist ein komplettes Versagen der SBB, am Pfingstwochenende zu wenige Waggons einzusetzen. Das hat nichts mit der Zuwanderung zu tun.»

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Die Mitte-Nationalrätin kritisiert zudem die Kommunikation der Bahn: «Es gab viel zu wenig Leute, die die Situation schon am Bahnhof Basel hätten erklären und helfen können.»

Anrecht auf Sitzplatz

Hintergrund solcher Situationen ist die Sicherheit: Überbelegung werde dann zum Problem, wenn im Notfall eine schnelle Evakuation nicht mehr gewährleistet sei. Laut SBB-Dokumentation entscheidet das Zugpersonal vor Ort über die Lage. Wenn sich nicht genügend Reisende bereit erklärten, auszusteigen, könne ein Zug im Extremfall nicht weiterfahren. Es gehe «nicht um Wegweisungen, sondern darum, ob jemand bereit ist, auf einen späteren Zug umzusteigen».

Auf den konkreten Fall mit den reservierten Plätzen, den Schneider-Schneiter schildert, gehen die SBB auf Anfrage nicht ein. Sie betonen aber: «Reisende mit Reservationen haben natürlich Anrecht auf ihren Sitzplatz.» Wer sich bei einem überfüllten Zug trotz Reservation freiwillig für einen Nachfolgezug entscheide, könne sich die Sitzplatzreservation mit einer Bestätigung des Zugpersonals rückerstatten lassen.

Die SBB erklären weiter, man setze nach Möglichkeit zusätzliches Personal ein, um Reisende in solchen Situationen zu unterstützen und gemeinsam Lösungen zu finden. «Leider standen am frühen Morgen keine zusätzlichen Mitarbeitenden zur Verfügung», heisst es zur besagten Verbindung am Freitag vor Pfingsten.

Grund für die Überbelegung im Zug Richtung Italien sei eine Fahrzeugstörung gewesen: Der Zug habe nur mit einer statt mit zwei Kompositionen verkehren können. Rund um die Feiertage seien oftmals viele Reisende unterwegs. Die SBB können nachvollziehen, dass es für die Reisenden lästig sei, wenn gerade in dieser Situation ein Zug nur verkürzt verkehre. Das Unternehmen bittet für die Unannehmlichkeiten um Entschuldigung.

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