Darum gehts
- Valérie Dittli unter Druck wegen Amtsmissbrauchsvorwürfen seit März 2025
- Parteiunterstützung bei Sitzung am Dienstagabend deutlich sichtbar durch Beifall
- Entscheidung zur Wiederwahl bis Sommer 2026 erwartet
Der Druck auf die Waadtländer Staatsrätin Valérie Dittli (33) lässt nicht nach. Seit März 2025 steht sie am Pranger. Die Vorwürfe: angeblicher Amtsmissbrauch. Dittli musste bereits ihr Finanzdepartement abgeben, mehrere Untersuchungen laufen. So kritisierte ein Bericht der parlamentarischen Untersuchungskommission «mangelndes Management». Ein neuer Bericht von Mitte April warf ihr vor, eine geheime Vereinbarung getroffen zu haben, woraufhin eine Strafanzeige gegen sie zurückgezogen wurde.
Besonders wichtig ist deshalb die Unterstützung der eigenen Mitte-Partei in der Waadt. Am Dienstagabend kam es zur Mitgliederversammlung. Dittli habe sich gemäss der Medienmitteilung zu den aktuellen Ereignissen geäussert, anschliessend konnten die Mitglieder Fragen stellen, die «offen und transparent» beantwortet worden seien.
Tritt sie wieder an?
«Unter dem Beifall der Anwesenden, der ihre Unterstützung und Ermutigung für die Fortsetzung ihrer Tätigkeit zum Ausdruck brachte, wurde die Versammlung um 23.40 Uhr geschlossen.» Journalisten waren an der Versammlung keine zugelassen. Die Westschweizer Zeitung «24 heures» titelt, Dittli habe die mündliche Prüfung «mühelos» bestanden, für «Le Temps» geht Dittli «gestärkt» aus der Versammlung heraus.
Nur die grosse Frage bleibt offen: Tritt Dittli im kommenden Jahr zur Wiederwahl an? Bis im Sommer muss sie sich entscheiden. Auch für ihre Partei keine einfache Situation. In der Waadt ist sie eine Kleinstpartei, im Kantonsparlament hat sie keinen Sitz – eine Regierungsrätin in ihren Reihen ist eigentlich eine Chance. Doch wenn sich die Negativschlagzeilen häufen, schadet es auch der Mitte.