Der Ständerat schweigt für die Opfer von Kerzers FR
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Stille im Parlament:Ständerat schweigt für die Opfer von Kerzers FR

Nach Kerzers-Unglück
Grüne lancieren neuen Anlauf für Opfer-Solidarität

Nach dem Postauto-Drama im freiburgischen Kerzers, bei dem sechs Menschen starben, erreicht die Debatte über die Folgen die Politik. Im Fokus: Die Opferhilfe.
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Das Postauto-Drama in Kerzers erreicht auch die Politik.
Foto: Getty Images

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Mann zündet sich in Kerzers an, sechs Tote, fünf Verletzte
  • Grünen fordern einheitliche Solidaritätsbeiträge für ausserordentliche Ereignisse
  • Opferhilfegesetz: Bis zu 76'000 Franken pro Opfer möglich
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Tobias BruggmannRedaktor Politik

«Nicht schon wieder.» So begann Mitte-Ständeratspräsident Stefan Engler (65) am Mittwoch den Sessionstag, an dem das Parlament der Opfer des Postauto-Dramas in Kerzers FR gedachte. Ein Mann hatte sich im Bus am Dienstagabend selbst angezündet, mindestens sechs Menschen starben, weitere fünf sind verletzt. 

Just einen Tag zuvor hatte der Nationalrat über die Hilfen für Crans-Montana VS debattiert. 50'000 Franken bekommen die Angehörigen der 41 Todesopfer und die über 100 Verletzten, die ins Spital mussten.

Die Opfer von Kerzers dürften von diesem Gesetz nicht profitieren. Zwar wollte Grünen-Nationalrätin Sibel Arslan (45) einen Passus einfügen, damit auch für ausserordentliche Ereignisse etwas bezahlt werden könnte. Doch sie fand keine Mehrheit. Die Zeitungen von CH-Media haben zuerst darüber berichtet.

Grünen machen neuen Antrag

Arslan verwies im Rat unter anderem auf allfällige Terroranschläge. «Sollte ein solches Ereignis beispielsweise an einem grossen Verkehrsknotenpunkt oder bei einer Sportveranstaltung eintreten, müsste das Parlament ohne generelle Regelung jeweils erneut ein Spezialgesetz erlassen.» Sie hatte stattdessen eine einheitliche Lösung gefordert. «Ziel ist, dass alle Opfer ausserordentlicher Ereignisse vergleichbare Solidaritätsbeiträge erhalten können.»

Nach dem Unglück in Kerzers haben die Grünen in der Rechtskommission erneut einen Antrag eingereicht. «Die Tragödie von Kerzers hat den Handlungsbedarf leider nochmals dringlich aufgezeigt», sagt Arslan gegenüber CH Media. Die Chancen dafür sind intakt. 

Leer gehen aber auch die Opfer in Kerzers nicht aus. Mit dem Opferhilfegesetz, das die Kantone umsetzen, bekommen die Betroffenen unter anderem psychologische Beratung, rechtlichen Beistand und wenn nötig finanzielle Hilfen, sofern nicht die Versicherungen oder die Täter bezahlen. Insgesamt gibt es gemäss CH-Media 76'000 Franken pro Opfer, beziehungsweise 38'000 Franken pro Angehöriger – je nach Schwere. 

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