Nach Abgang von Jott Jenny
Neuer Promi-Präsi für St. Moritz im Rennen

Nach vier «fremden» Amtszeiten soll erstmals wieder ein St. Moritzer Gemeindepräsident werden: SRF-Langlaufexperte Adriano Iseppi kandidiert als Nachfolger von Entertainer Christian Jott Jenny.
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In St. Moritz wird dieses Jahr der Gemeindepräsident gewählt.
Foto: Sven Thomann

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Langlauf-Experte Adriano Iseppi kandidiert für St. Moritzer Gemeindepräsidium
  • Er will Bodenständigkeit statt Glamour und setzte bereits ungewöhnliche Aktionen
  • Seit vier Amtszeiten nur «Unterländer», Iseppi wäre wieder Einheimischer
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Joschka SchaffnerRedaktor Politik

Der Bündner Nobelort bleibt wohl in prominenter Hand. Zwar kündigte der schillerndste Gemeindepräsi der Schweiz, Entertainer Christian Jott Jenny (47), diese Woche an, dass er nicht für eine dritte Amtszeit antreten wird.

Nach dem Zürcher Opernsänger folgt aber vermutlich gleich die nächste Persönlichkeit: SRF-Langlaufexperte Adriano Iseppi (53) ist für Jott Jennys Nachfolge in der Poleposition. Neben dem Polit-Neuling hat sich im Oberengadin bisher nämlich niemand für eine Kandidatur entschieden. Während es das abtretende Gemeindeoberhaupt Jott Jenny gern extrovertiert hat, will der Bündner Sportlehrer besonders die Bodenständigkeit zurück ins Amt bringen.

Zuvor waren stets Unterländer im Amt

Denn: In den vergangenen vier Amtszeiten war das Präsidium der berühmten Gemeinde stets durch einen «Unterländer» besetzt. Vor Jott Jenny war mit dem Baselbieter Sigi Aspiron (67) ebenfalls ein Zugezogener acht Jahre lang oberster Politiker des Glamour-Hotspots.

Iseppi will da wieder für etwas mehr Heimatverbundenheit sorgen. «Ich wäre der erste Gemeindepräsident aus St. Moritz seit langer Zeit», sagte er zuletzt der «NZZ am Sonntag». Dafür greift er auch zu ungewöhnlichen Aktionen: So schnallte er sich etwa mitten in der Nacht die Langlaufskier an und glitt damit durch die verschneiten Strassen des Nobelkurorts, um seine Kandidatur persönlich im Briefkasten des Gemeindehauses einzuwerfen.

Den Stunt veröffentlichte der Bündner später in den sozialen Medien. «Die Idee war spontan», sagte Iseppi gegenüber der Zeitung. «Es musste schnell gehen, bevor die Strassen geräumt wurden.»

Parteilos scheint Trumpf

Das Signal ist klar: weg vom Glitzer. Würde Iseppi tatsächlich gewählt, wolle er besonders die hart arbeitenden Menschen repräsentieren, die den Nobelkurort am Laufen halten. Seine Einstellung hängt auch mit seiner Familiengeschichte zusammen: Iseppis Mutter engagierte sich in der Gemeindepolitik in Savognin GR, sein Vater war Lastwagenchauffeur aus dem Puschlav.

Nach seinem Schulabschluss studierte Iseppi Sport und Biologie, gründete 2013 eine Langlauf-Talentschule und war zwei Jahre lang Disziplinenchef beim Schweizer Skiverband. Dort war er unter anderem Förderer von Jahrhundertsportler Dario Cologna (40). Nun kommentiert er seit mehr als einem Jahrzehnt Langlaufwettkämpfe für das Schweizer Fernsehen.

Etwas ändert sich jedoch auch mit Iseppis Kandidatur nicht: Wie seine beiden Vorgänger tritt auch er als parteiloser und politisch unerfahrener Kandidat an. Für das Exekutivamt im Oberengadin scheint das ein Erfolgsrezept zu sein.

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