Schweiz leistet sich königliche Botschaft
Prunk-Bau in London für 100 Millionen Steuerfranken aufgemotzt

Klotzen statt kleckern. Der Bundesrat lässt die Schweizer Botschaft in London für knapp 100 Millionen Steuerfranken rundumerneuern.
Kommentieren
1/5
Botschafter Markus Leitner darf sich freuen.
Foto: Mark Chilvers

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Schweizer Botschaft in London wird für 96 Mio. Franken saniert
  • EDA: Sanierung ist nachhaltigste und wirtschaftlichste Lösung für den Standort
  • Rundumerneuerung soll 2031 abgeschlossen sein, zwei Dienstwohnungen werden verkauft
Blickgruppe_Portrait_287.JPG
Daniel BallmerRedaktor Politik

Die Schweizer Botschaft in London zähle zu den weltweit bedeutendsten Vertretungen der Schweiz, betont das Aussendepartement (EDA). Das lässt sich der Bund einiges Kosten. Der 1971 erstellte Prunk-Bau soll umfassend saniert werden. Kostenpunkt: 96 Millionen Franken. Der Bundesrat hat am Mittwoch mit der Immobilienbotschaft 2026 grünes Licht erteilt.

Die Schweizer Botschaft steht im Herzen der britischen Hauptstadt, im Stadtteil Marylebone. Sowohl das Grundstück als auch das Gebäude seien im Eigentum der Eidgenossenschaft, was in London eine Seltenheit sei, rührt das EDA für das Projekt weiter die Werbetrommel.

Standorte werden zentralisiert

Die teilweise denkmalgeschützte Prestige-Botschaft beherbergt heute die Kanzlei, die Residenz, eine Dienstwohnung, vier kleinere Wohneinheiten sowie Repräsentationsräumlichkeiten. Nach über 50 Jahren Betrieb seien Gebäudehülle, Haustechnik und Innenausbau aber am Ende ihrer Lebensdauer angekommen und damit sanierungsbedürftig.

Mit der Sanierung sollen gleichzeitig auch räumliche Anpassungen vorgenommen werden. So sei es möglich, zwei weitere Dienstwohnungen, die die Schweiz in London besitzt, sowie die bisher anderswo eingemietete Vertretung von Schweiz Tourismus im Botschaftsgebäude unterzubringen. Damit würden Arbeitsabläufe verbessert.

Neben der geplanten Sanierung seien auch Alternativen wie der Verkauf der bestehenden Gebäude, die Anmietung einer neuen Botschaft oder der Kauf eines neuen Gebäudes geprüft worden. Die gewählte Variante sei langfristig jedoch die wirtschaftlichste und nachhaltigste Lösung, zeigt sich das EDA überzeugt.

Nicht alle Prestige-Projekte klappen

Die Sanierung erlaube es der Botschaft, von einem zentralen Standort aus ihren Dienstleistungen und Verpflichtungen optimal nachzukommen. Zudem könnten so die zwei separaten Dienstwohnungen verkauft und die gemieteten Flächen von Schweiz Tourismus aufgegeben werden. Die Unterbringungskosten würden so deutlich sinken.

Geht alles nach Plan, kann die rundumerneuerte Botschaft 2031 ihren Betrieb aufnehmen.

Dass das keine Selbstverständlichkeit ist, zeigt das Botschaftsprojekt in Peking. Auch dort wollte der Bund mit der grossen Kelle anrühren. Der Neubau sollte derart prächtig werden, dass sogar die Finanzkontrolle intervenierte, weil sich die geplanten Kosten von 25 auf 48 Millionen Franken verdoppelt hatten. Und dann verweigerten die chinesischen Behörden auch noch die Baubewilligung. Der Bund musste daraufhin zurückbuchstabieren.

Was sagst du dazu?
Meistgelesen