Darum gehts
- Kanton Zürich stuft A50 von Autobahn zur Hauptstrasse herab
- Nur 14'000 Fahrzeuge nutzen die 3,7 Kilometer lange Strecke täglich
- Gleichzeitig wird nebenan eine Strasse vierspurig ausgebaut
Die ganze Schweiz diskutiert über den Autobahn-Ausbau. Die ganze Schweiz? Nein! Im Kanton Zürich wird die Verkehrsinfrastruktur bald gar um eine Strecke ärmer. Ende Juni entschied das Kantonsparlament, die A50 zu einer Hauptstrasse zu degradieren.
Der Grund liegt auf der Hand: Die vierspurige Autobahnstrecke bei Glattfelden ZH wird kaum benutzt. Nur gerade knapp 14'000 Fahrzeuge befahren die 3,7 Kilometer lange Strasse pro Tag. Im Ausland reagieren die Medien perplex über den Rückbau.
Grosses Interesse in den Nachbarländern
In den deutschsprachigen Nachbarländern führt der politische Entscheid zu einer grossen Presseschau. «Kaum jemand nutzt die Autobahn vom Nirgendwo ins Nirgendwo», schreibt etwa der österreichische «Standard».
Die A50 sei «die kurioseste Autobahn der Schweiz», doppelt das deutsche Online-Magazin «Merkur» nach. Denn die Strasse war eigentlich zu ihrer Bauzeit in den 1970er-Jahren als Teilstück einer Schnellstrecke zwischen Winterthur und Basel geplant gewesen. Aufgrund mangelnder finanzieller Mittel blieb es jedoch beim Mini-Abschnitt.
Nebenan wird ausgebaut
Dennoch sei die Herabstufung «ungewöhnlich», geben die deutschen Portale «Chip» sowie «Auto Motor und Sport» kund. Und auch «Focus» berichtet über das Kuriosum ausführlich, mit Berufung auf die «NZZ» und «Swissinfo».
Zudem sei noch etwas anderes «skurril», schreibt das österreichische Online-Portal «Heute». Während die A50 zurückgebaut wird, passiert gleich in der Nähe das Gegenteil: Die Hauptstrasse durch den Zürcher Hardwald, die im selben Kreisel mündet, wie die degradierte Autobahn, soll zu einer Vierspurstrecke ausgebaut werden – eine «Mini-Autobahn», wie sie der Kanton nennt. Denn dort staut sich der Verkehr tatsächlich.