Eine Erbschaft aus Monaco bringt Bundesratskandidatin Céline Amaudruz (47) in die Bredouille. 2022 erbte die SVP-Vizepräsidentin ein Teilvermögen ihres verstorbenen Vaters Michel Amaudruz. Für Aufsehen sorgt nun, dass der millionenschwere Wirtschaftsanwalt seinen letzten Hauptwohnsitz in Monaco hatte. In einer geleakten E-Mail, die Blick zugespielt wurde, heisst es, dass Amaudruz' Stiefmutter und ihre Töchter eine Nachlassabwicklung in der Steueroase in Betracht zogen, nicht in der Schweiz. Die Unterlagen zeigen zudem, dass die beteiligten Juristen Bedenken hatten. Sie warnten vor dem Risiko eines blossen Scheindomizils in Monaco.
Auch dass Amaudruz in E-Mails zur Erbschaft ihr Parlamentslogo nutzte, macht hellhörig. Die SVP-Frau teilt Blick mit, dass in diesem Fall alles rechtens abgelaufen sei. Amaudruz betont, dass die vom Blick verwendeten E-Mails rechtswidrig erlangt worden seien. Sie spricht von «Politiker-Bashing» und hebt hervor, dass es sich um die direkte Erbfolge ihres Vaters handle. Weder in Genf noch in Monaco wären also Erbschaftssteuern angefallen.
«Ein klarer Fall von Doppelmoral»
In unserer Community wird der Erbvorfall rege diskutiert. Für viele Leserinnen und Leser wirft der Fall ein negatives Licht auf Amaudruz. Roman Bachmair zweifelt an ihrer politischen Glaubwürdigkeit: «Solche fragwürdigen Situationen sprechen nicht für Amaudruz. Als Bundesratskandidatin sollte Transparenz eines ihrer höchsten Anliegen sein.»
Für Jörg Bühler ist der Fall vor allem im Kontext der Auslandspolitik der SVP problematisch: «Politiker dürfen nicht zwischen ihrem Job und ihrem Privatleben unterscheiden. Was man in der Politik anprangert, kann im Privatleben nicht auf einmal legitim sein.» Auch Libero Delucchi schreibt klar: «Diese Erbschaft ist für mich ein klarer Fall von Doppelmoral.»
Urs Saladin fragt zudem: «Warum ist es ihr unangenehm, dass diese Mails publik werden, wenn doch alles rechtskonform war? Eine sehr dünnhäutige Reaktion.» Theo Märki fügt an: «Es sollte eine Person in den Bundesrat, die unabhängig ist, und keine finanziellen Schlupflöcher ausnutzt.» Othmar Kamm kommentiert hart: «Nach dieser Geschichte ist Frau Amaudruz für mich nicht wählbar.»
Rückendeckung für die SVP-Kandidatin
Eine andere Lesergruppe verteidigt die Bundesratskandidatin. Für Silvia Della Valle ist klar: «Das ist reiner Blödsinn. Wie sie selbst schon hervorhebt, erbt sie als Tochter genau so, wie wenn der Vater in der Schweiz leben würde.» Auch Thomas Meier schreibt: «Dieses Steuerdrama scheint mir nun doch etwas sehr weit hergeholt. Sofern wir wissen, verlief rechtlich alles korrekt. Alles andere ist Spekulation.»
Gilbert Boss kann die Vorwürfe ebenfalls nicht nachvollziehen: «Hier wird nur eine engagierte Politikerin fertig gemacht! Frau Amaudruz hat geerbt, das ist nicht verboten.» Auch Carmen Spiess ist aufgebracht: «Unglaublich, wie auf ihr herumgehackt wird. Diese Anschuldigungen sind wirklich nichts als Politiker-Bashing.»
Marco Minuscoli schreibt solidarisch: «Da stehe ich voll hinter Amaudruz. Wenn nichts Ungesetzliches begangen wurde, dann wurde auch nichts verschleiert.» Albert Ziegler macht sich ebenso für die Politikerin stark: «Céline Amaudruz ist eine super SVP-Politikerin und gute Kandidatin für die Landesregierung. Wer wegen heisser Luft an ihren Qualifikationen zweifelt, tut dies nur aus Eigeninteresse.»