Kein Alkohol an Parteianlässen
Zürcher SP-Mann will Cüpli-Sozialisten trockenlegen

Die SP der Stadt Zürich soll zukünftig auf Alkoholausschank an ihren Veranstaltungen verzichten. So fordert es Benjamin Kobelt, ein Parteimitglied mit Suchtvergangenheit. Im Juli müssen die Delegierten darüber entscheiden.
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An den Parteiversammlungen wird gerne Alkohol ausgeschenkt.
Foto: PKP/Pius Koller

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • SP-Mitglied Benjamin Kobelt fordert Verbot von Gratisalkohol an Parteianlässen
  • Kobelt warnt vor riskantem Konsum, lebt selbst abstinent nach Alkoholproblemen
  • Abstimmung über Antrag am 9. Juli bei SP-Delegiertenversammlung in Zürich
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Joschka SchaffnerRedaktor Politik

An Anlässen und Apéros gehört Alkohol in der Schweiz zum guten Ton, so scheint es. Dabei spielen auch die politischen Parteien fleissig mit: An ihren Veranstaltungen fehlt es selten an einem Glas Bier oder Wein – oftmals werden es einige mehr.

Der unkritische Umgang mit dem Rauschmittel stösst immer mehr Leuten sauer auf. So auch Benjamin Kobelt (35): Wie der «Tages-Anzeiger» berichtet, fordert der einstige SP-Kandidat für den Zürcher Gemeinderat seine Ortspartei auf, den Gratis-Alkoholausschank an ihren Veranstaltungen zu verbieten. Bereits im Juli müssen sich die Delegierten entscheiden.

SP-GL ist gegen Alk-Verbot

Kobelt weiss, wovon er spricht. Der gelernte Maurer hat eine Vergangenheit mit Alkoholmissbrauch und lebt abstinent. «Ich gerate ständig in Versuchung, rückfällig zu werden», sagt er der Zeitung. Das habe auch mit dem selbstverständlichen Umgang mit Alkohol in seiner Partei zu tun.

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Daher möchte der SP-Mann das Rauschmittel am liebsten ganz von den Parteianlässen verbannen. «Parteianlässe sollten ein Safe Space für Suchtkranke sein», so Kobelt gegenüber dem «Tages-Anzeiger».

Doch nicht alle in der Partei teilen seine Meinung. Die Geschäftsleitung der SP Zürich hat bereits beschlossen, den Antrag abzulehnen. Parteipräsident Oliver Heimgartner (31) – selbst Mitglied der SP-Kreispartei 9, zu der auch Kobelt gehört – will das Thema zuerst intern abklären. Persönlich sehe er zudem kein Problem darin, Helferinnen und Helfern an Anlässen eine Runde zu spendieren.

Kobelt zeigt sich kompromissbereit: Er fordert nicht, Alkohol komplett zu verbannen, sondern lediglich den Gratisausschank zu stoppen. Der Verkauf von alkoholischen Getränken, etwa an improvisierten Kiosken, sei in Ordnung, betont er.

Braucht es eine Bar an Parteiversammlungen?

In kleinerem Rahmen war Kobelt bereits erfolgreich: In der SP-Kreispartei 9 wurde sein Anliegen mit grosser Mehrheit angenommen. Seither gibt es dort etwa an der Weihnachtsfeier keinen Gratisalkohol mehr. Doch auf städtischer Ebene dürfte es schwieriger werden. Trotz Gegenwind bleibt Kobelt aber optimistisch. Er stellt sich die Frage, ob ein Barbetrieb während Versammlungen überhaupt noch zeitgemäss sei. Seine Antwort? «Ich sage Nein.»

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