Darum gehts
- Luzern soll Einführung einer 40-Stunden-Woche für städtische Angestellte prüfen
- Die Forderung geht auf einen Vorstoss der Grünen zurück
- Internationale Erfahrungen zeigen: Kürzere Arbeitszeit erhöht Zufriedenheit und Bindung
Zwei Stunden weniger arbeiten, ganz ohne Lohneinbusse: Genau diese Möglichkeit bringen die Grünen und die Jungen Grünen in Luzern ins Spiel. Mit einer Motion fordern sie die Stadtregierung auf, die Einführung einer 40-Stunden-Woche in der Stadtverwaltung zu prüfen. Heute werden dort 42 Stunden gearbeitet.
Man wolle klären, ob das Modell «auch für die Stadt Luzern ein sinnvoller Schritt ist, um als Arbeitgeberin attraktiv zu bleiben», lässt sich Grünen-Parlamentarierin Selina Frey (35) in einer Mitteilung zitieren. Laut der Partei muss sich die Stadt in einem zunehmend umkämpften Arbeitsmarkt behaupten.
Produktivität nehme nicht ab
Die Grünen sind überzeugt: Kürzere Arbeitszeiten könnten dazu beitragen, Fachkräfte leichter zu gewinnen. Sie verweisen auf internationale Erfahrungen, wonach eine kürzere Wochenarbeitszeit die Produktivität nicht zwingend verschlechtern müsse. Diese könne vielmehr die Zufriedenheit erhöhen und die «langfristige Bindung» stärken.
Zumindest im Luzernischen wäre ein solches Modell noch die Ausnahme, wie ein Vergleich der «Luzerner Zeitung» zeigt. Die Angestellten der meisten öffentlichen Verwaltungen in der Zentralschweiz arbeiten demnach nach dem 42-Stunden-Modell. Dazu gehören unter anderem die Kantonsverwaltung sowie die Behörden von Kriens, Ebikon, Horw und Sursee. Eine Ausnahme ist Emmen: Dort wurde kürzlich die 40-Stunden-Woche eingeführt. Alternativ können Mitarbeitende ein 41-Stunden-Modell wählen, dafür erhalten sie eine zusätzliche Ferienwoche.
Sie setzen auf die 40-Stunden-Woche
National gibt es ein differenziertes Bild: Während etwa die Stadt Zürich die 42-Stunden-Woche hat, gilt in der Stadt Bern bereits heute die 40-Stunden-Woche. In der Bundesverwaltung beträgt die Regelarbeitszeit 41,5 Stunden. In der Privatwirtschaft ist die 40-Stunden-Woche in manchen Branchen schon verbreiteter. Gerade grössere Arbeitgeber setzen darauf, um ihre Attraktivität zu steigern.
Entschieden ist in Luzern noch nichts, nun ist die Politik am Zug. Zunächst muss die Stadtregierung das Anliegen der Grünen vertieft prüfen.